Draußen ist gerade wunderschönes Wetter für drinnen. Ich stehe am Fenster, schaue dem Regen zu, der mit großer Lust den Schnee vernascht. Manch einer schlitterte heute morgen zum Auto auf dem Parkplatz, doch dabei kann ich nun nichts mehr machen. Warten. Das Eis schmilzt und läuft in Bächen und Rinnsalen auf den Wegen in die nächste Vertiefung. Kino, erste Reihe. Der Film: Weißgraugrün – eine Verwandlung.


Ich werde innerlich etwas unruhig. Natürlich weiß ich, daß alle auf Wärme, Licht und Farbe warten. Doch ich hätte noch ein oder zwei Wochen Februar länger gebrauchen können. Hätte man mich gefragt an der Ausgabe der zu verteilenden Wintertage: Darf es ein bißchen mehr sein? – Ich hätte JA gerufen. Ihr wißt, ich liebe den November, doch nun kommen Januar und Februar zusätzlich auf diese Liste.

Ich sage nur, Räumen und Putzen!!!!
In diesem Jahr kam hinzu, daß wir uns auf so viel Neues eingelassen haben in den ersten Wochen. Wir haben bewußt unsere vertrauten Routinen verlassen, wenn auch mit langsamen Schritten, aber doch mit neuen Perspektiven. Frischer Wind im Kopf und im Herzen ist das Ergebnis. Ich habe das Gefühl, daß schon die kleinste Richtungsänderung mir zeigt, wieviel Potenzial noch in mir steckt, wenn auch, das gebe ich ehrlich zu, schon manchmal außerhalb meiner Komfortzone. Es kostet mich Überwindung, technische Neuerungen verstehen zu wollen und umzusetzen. Abläufe zu verändern oder gar neue zu generieren, gelingt mir nicht mehr so spontan, wie, naja, damals hört sich auch doof an.
Es kostet mich richtig Lebensenergie, immer wieder das Wort „räumen“ zu benutzen. Die Veränderung hierin besteht nämlich darin, bewußt loslassen zu WOLLEN. Brauch ich nicht mehr, braucht niemand mehr, aber, aber, aber …. KANN WEG!!! Hört sich so einfach an. Maxi würde jetzt sofort reinrufen: Ist es auch! Ich bleibe immerhin am Ball, auch wenn ich mich krümme vor ohnöhwillnichtmehrmirdochegal. Mein Ziel aus der ToWantListe begeistert mich noch immer. Und nun schreie ich es in die Welt: Am 28. März zum ersten VorOsterMarkttag öffnen wir die neu eingerichtete Webstube für Besucher. Hört sich selbst für mich krass an. Rücken gerade, Brust raus, Kopf hoch, Bauch rein! Conny, ab mit dir in den Keller!!! Und wieder das Räumspiel: Brauche ich das wirklich? Kann weg? Weiter geht’s! Reisen mit leichtem, also wenigstens mit leichterem Gepäck. Ziel: 28. März.
Dann habe ich auch viel mehr Muße für all die Veranstaltungen, die nun folgen. Seht Ihr, solche Sätze sind Motivation auf höchstem Niveau - oder so. Oder, gerade bei Albert Einstein gelesen: "In der Mitte der Schwierigkeiten liegen die Chancen." Na, dann her damit, fühle mich gerade sehr mittig!!!!
Erinnert Ihr Euch? Da war gerade das Megaspielewochenende. Einmal tief Luft geholt, waren wenige Tage später die Nähmaschinen gefragt.

Wundervolle Patchwork-Werke von zauberhaften Frauen sind entstanden.

Diese Tage hat Liane unter ihren Fittichen gehabt, sie hat es einfach drauf. Nicht nur in der Wolle Perfektionistin, sondern auch an der Nähnadel. Ute Breidenmoser leitete den Kurs mit absoluter Professionalität. Eigentlich wollte ich auch daran teilnehmen, doch als die Mädels ihre Maschinen auspackten und fachsimpelten, da merkte ich, daß ich am Abend zuvor noch nicht einmal wußte, wo bei meiner Maschine der Einschaltknopf ist. So schnell habt ihr mich noch nie weglaufen sehen.🤣

Patchwork – so ein kleines Wort und so viele tausend künstlerische Möglichkeiten.

Auf alle Fälle haben sich die Nähfrauen entschieden, diesen Kurs im kommenden Jahr wieder stattfinden zu lassen.
Kaum waren die Nähmaschinen aus dem Saal, wurde hier seit Mittwoch das Tanzbein geschwungen.

Mit Tanzlehrerin Kyra Marquardt hatten die Paare eine Trainerin, die in der A-Klasse Standard und Latein mehr als 10 Jahre im Tanzsport aktiv und erfolgreich war.

Ein schönes Programm rund herum garantierte allen zwischendurch mal, ein wenig Luft zu holen – und im nächsten Jahr geht es von vorne los, entschieden die Tanzpaare.
Ihr merkt, der Veranstaltungskalender für 2027 wächst also gerade parallel. Schaut mal drauf, sogar der Kleine Prinz kehrt 2027 zurück.
Draußen wird es dunkel. Ich gönne mir jetzt eine kleine Auszeit und lasse mich in aller Stille von Gedanken und Wörtern in meinem Nest umgarnen. Das herrliche, gemütliche, schmuddelige, naßkalte Wetter und die noch frühe Dunkelheit geben mir die Möglichkeit, mich mit gutem Gewissen und vielen Lieblingsbüchern in den Sessel zu kuscheln und in eine andere Welt zu träumen.
Vielleicht habe ich nachher noch Lust, Impulse oder Textsplitter aufzuschreiben, mit meinem Groten zu plaudern oder einfach nur zu sitzen oder zu stricken oder zu spinnen bei einem heißen Tee.
Auf jeden Fall schalte ich alle Technik für diese Zeit ab. Erstaunlich – ich werde nichts verpassen! Plötzlich bin ich Millionen Meilen vom Alltag entfernt. Probiert es selbst! So ein Wetter kann doch echt ein Sonntagssegen sein.

"Muße ist das Kunststück, sich selbst ein angenehmer Gesellschafter zu sein." Karl Heinrich Waggerl














