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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Draußen ist gerade wunderschönes Wetter für drinnen. Ich stehe am Fenster, schaue dem Regen zu, der mit großer Lust den Schnee vernascht. Manch einer schlitterte heute morgen zum Auto auf dem Parkplatz, doch dabei kann ich nun nichts mehr machen. Warten. Das Eis schmilzt und läuft in Bächen und Rinnsalen auf den Wegen in die nächste Vertiefung. Kino, erste Reihe. Der Film: Weißgraugrün – eine Verwandlung.


Ich werde innerlich etwas unruhig. Natürlich weiß ich, daß alle auf Wärme, Licht und Farbe warten. Doch ich hätte noch ein oder zwei Wochen Februar länger gebrauchen können. Hätte man mich gefragt an der Ausgabe der zu verteilenden Wintertage: Darf es ein bißchen mehr sein? – Ich hätte JA gerufen. Ihr wißt, ich liebe den November, doch nun kommen Januar und Februar zusätzlich auf diese Liste.

Ich sage nur, Räumen und Putzen!!!!

In diesem Jahr kam hinzu, daß wir uns auf so viel Neues eingelassen haben in den ersten Wochen. Wir haben bewußt unsere vertrauten Routinen verlassen, wenn auch mit langsamen Schritten, aber doch mit neuen Perspektiven. Frischer Wind im Kopf und im Herzen ist das Ergebnis. Ich habe das Gefühl, daß schon die kleinste Richtungsänderung mir zeigt, wieviel Potenzial noch in mir steckt, wenn auch, das gebe ich ehrlich zu, schon manchmal außerhalb meiner Komfortzone. Es kostet mich Überwindung, technische Neuerungen verstehen zu wollen und umzusetzen. Abläufe zu verändern oder gar neue zu generieren, gelingt mir nicht mehr so spontan, wie, naja, damals hört sich auch doof an.

Es kostet mich richtig Lebensenergie, immer wieder das Wort „räumen“ zu benutzen. Die Veränderung hierin besteht nämlich darin, bewußt loslassen zu WOLLEN. Brauch ich nicht mehr, braucht niemand mehr, aber, aber, aber …. KANN WEG!!! Hört sich so einfach an. Maxi würde jetzt sofort reinrufen: Ist es auch! Ich bleibe immerhin am Ball, auch wenn ich mich krümme vor ohnöhwillnichtmehrmirdochegal. Mein Ziel aus der ToWantListe begeistert mich noch immer. Und nun schreie ich es in die Welt: Am 28. März zum ersten VorOsterMarkttag öffnen wir die neu eingerichtete Webstube für Besucher. Hört sich selbst für mich krass an. Rücken gerade, Brust raus, Kopf hoch, Bauch rein! Conny, ab mit dir in den Keller!!! Und wieder das Räumspiel: Brauche ich das wirklich? Kann weg? Weiter geht’s! Reisen mit leichtem, also wenigstens mit leichterem Gepäck. Ziel: 28. März.

Dann habe ich auch viel mehr Muße für all die Veranstaltungen, die nun folgen. Seht Ihr, solche Sätze sind Motivation auf höchstem Niveau - oder so. Oder, gerade bei Albert Einstein gelesen: "In der Mitte der Schwierigkeiten liegen die Chancen." Na, dann her damit, fühle mich gerade sehr mittig!!!!

Erinnert Ihr Euch? Da war gerade das Megaspielewochenende. Einmal tief Luft geholt, waren wenige Tage später die Nähmaschinen gefragt.

Wundervolle Patchwork-Werke von zauberhaften Frauen sind entstanden.

Diese Tage hat Liane unter ihren Fittichen gehabt, sie hat es einfach drauf. Nicht nur in der Wolle Perfektionistin, sondern auch an der Nähnadel. Ute Breidenmoser leitete den Kurs mit absoluter Professionalität. Eigentlich wollte ich auch daran teilnehmen, doch als die Mädels ihre Maschinen auspackten und fachsimpelten, da merkte ich, daß ich am Abend zuvor noch nicht einmal wußte, wo bei meiner Maschine der Einschaltknopf ist. So schnell habt ihr mich noch nie weglaufen sehen.🤣

Patchwork – so ein kleines Wort und so viele tausend künstlerische Möglichkeiten.

Auf alle Fälle haben sich die Nähfrauen entschieden, diesen Kurs im kommenden Jahr wieder stattfinden zu lassen.

Kaum waren die Nähmaschinen aus dem Saal, wurde hier seit Mittwoch das Tanzbein geschwungen.

Mit Tanzlehrerin Kyra Marquardt hatten die Paare eine Trainerin, die in der A-Klasse Standard und Latein mehr als 10 Jahre im Tanzsport aktiv und erfolgreich war.

Ein schönes Programm rund herum garantierte allen zwischendurch mal, ein wenig Luft zu holen – und im nächsten Jahr geht es von vorne los, entschieden die Tanzpaare.

Ihr merkt, der Veranstaltungskalender für 2027 wächst also gerade parallel. Schaut mal drauf, sogar der Kleine Prinz kehrt 2027 zurück.

Draußen wird es dunkel. Ich gönne mir jetzt eine kleine Auszeit und lasse mich in aller Stille von Gedanken und Wörtern in meinem Nest umgarnen. Das herrliche, gemütliche, schmuddelige, naßkalte Wetter und die noch frühe Dunkelheit geben mir die Möglichkeit, mich mit gutem Gewissen und vielen Lieblingsbüchern in den Sessel zu kuscheln und in eine andere Welt zu träumen.

Vielleicht habe ich nachher noch Lust, Impulse oder Textsplitter aufzuschreiben, mit meinem Groten zu plaudern oder einfach nur zu sitzen oder zu stricken oder zu spinnen bei einem heißen Tee.

Auf jeden Fall schalte ich alle Technik für diese Zeit ab. Erstaunlich – ich werde nichts verpassen! Plötzlich bin ich Millionen Meilen vom Alltag entfernt. Probiert es selbst! So ein Wetter kann doch echt ein Sonntagssegen sein.

"Muße ist das Kunststück, sich selbst ein angenehmer Gesellschafter zu sein." Karl Heinrich Waggerl

 
 
 

Wer das Buchungsformular auf unserer Internetseite ausfüllt, wird nach seinem Derzeitigen Lieblingsbuch gefragt. Auch in 2025 haben ganz viele von Euch das ausgefüllt. Und was für ein Querschnitt durch die Leselandschaft. Ich habe eben kopiert und gegoogelt und meine Leseliste ganz nebenbei auch noch gefüllt ... Euch nun viel Spaß bei selbigem - Die LISTE der Buchempfehlungen 2025. 😉

- Elisabeth Tova Bailey - Das Geräusch einer Schnecke beim Essen

- Jan-Philipp Sendker - Das Herzenhören

- Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt

- Marc-Uwe Kling - Die Känguru-Chroniken

- Tania Krätschmar - Luisa und die Stunde der Kraniche

- T.C. Boyle - The Tortilla Curtain

- Selma Lagerlöf - Nils Holgersson

- Marione Ingram - Kriegskinder

- Neil Gaiman - Neverwhere

- Olga Tokarczuk - Gesang der Fledermäuse

- Annie Ernaux - Leben

- Anne Patchett - Bel Canto

- Andreas Reckwitz - Verlust

- Axel Hacke - Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten

- Jeannette Walls - Ein ungezähmtes Leben

- Philip Pullman - Der Goldene Kompass

- Daniel Kahneman - Schnelles Denken, langsames Denken

- Steffi von Wolff - Fräuleinwunder

- Tomas Espedal - Biografie, Tagebuch, Briefe

- Katharina Fuchs - Vor hundert Sommern

- Sarah Beth Durst - The Spell Shop

- Ferdinand von Schirach - Der stille Freund

- Isabel Ibañez - What the River Knows

- Delia Owens - Der Gesang der Flusskrebse

- Natasha Pulley - Der Uhrmacher in der Filigree Street

- Tashim Durgun - Mama, lern bitte Deutsch

- Michael Ende - Die unendliche Geschichte

- Japan Essentials

- Christof Kessler - Entscheidung auf Hiddensee

- Evie Gaughan - Der verschwundene Buchladen

- Ellie Midwood - Die Violinistin von Auschwitz

- Maria Leitner - Eine Frau reist um die Welt

- Herbert Clyde Lewis - Gentleman über Bord

- Rebecca Yarros - Onyx Storm

- Nelio Biedermann - Lázár

- Erwin Strittmatter - Der Laden

- Benedikt Wels - Vom Ende der Einsamkeit

- Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

- Anne Bishop - Queen of Darkness

- Per J Andersson - Vom Inder der mit dem Fahrrad nach Schweden fuhr

- Antonia Michaelis - Solange die Nachtigall singt

- Jens Andersen - Astrid Lindgren Ihr Leben

- Henning Sußebach - Anna oder was von einem Leben bleibt

- Kai Meyer - Die Bücher, der Junge und die Nacht

- Jojo Moyes - Zwischen Ende und Anfang

- Maria Stepanowa - Der Absprung

- Albert Sixtus - Die Häschenschule

- Wladimir Kaminer - Die Kreuzfahrer

- Bettina Selby - Ah Agala!

- Carsten Henn - Der Buchspazierer

- Mariana Leky - Was man von hier aus sehen kann

- Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen

- Bruce Springsteen - Born to Run

- Mario Giordanio - Tante Poldi und die schwarze Madonna

- Frida Kahlo Biografie

- Andreas Eschbach - Eines Menschen Flügel

- Sabine Bode - Die Vergessene Generation

- Max Frisch - Fragebogen

- Antje Leetz - Der schwarze Stein in Tschechows Garten

- Volker Heise - 1945

- Caroline Wahl - Windstärke 17

- Kai Sina - Was gut ist und was böse

- Lea Ypi - Frei.

- T.J. Klune - Das unglaubliche Leben des Wallace Price

- Cornelia Funke - Reckless-Reihe

- Asako Yuzuki - Butter

- Juli Zeh

- Liz Tomforde - Play Along

- Benjamin Myers - Offene See

- Ewald Arenz - Die Liebe an miesen Tagen

- Eric Mannheimer - Twelve Patients

- Sachbücher über Vögel, Libellen und Ameisen

- Tracy Guzeman - Das Gewicht des Himmels

- Tess Gerritsen - Der Schneeleopard

- Katja Altenhoven - Willkommen zuhause!

- Ellen Barksdale - Tee? Kaffee? Mord!

- Anne Enright - Vogelkunde

- Suzanne Frank - Die Seherin von Knossos

- Brittainy C. Cherry - Wie die Ruhe vor dem Sturm

- Cixin Liu - Die drei Sonnen

- William C. Davis - Ein klarer Tag

- Han Kang - Die Vegetarierin

- Wolf Haas - Wackelkontakt

- Kausaltraining - Das Kurt Tepperwein Meistertraining

- Lucinda Riley

- Joachim Meyerhoff - Man kann auch in die Höhe fallen

- Nino Haratischwili - Das achte Leben (für Brilka)

- Caimh McDonnell - The Stranger Times

- Rachel Caine - Tinte und Knochen

- Jens Henrik Jensen - Oxen. Pilgrim

- Robin Wall Kimmerer - Geflochtenes Süßgras: Die Weisheit der Pflanzen

- Jane Austen

- Monika Maron - Das Haus

- Sia Pontek - Der Wolf im Dunklen Wald

- John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen

- Sebastian Fitzek - Horror Date

- Reiseführer Neuseeland

- Theodor Fontane - Grete Minde

- Milena Michiko Flasar - Oben Erde, unten Himmel

- Florian Illies - 1913

- Tracy Chevalier - Zwei bemerkenswerte Frauen

- Gillian Flynn - Gone Girl

- Daniela Gabaldon - Outlander-Reihe

- Judith Herrmann - Nichts als Gespenster

- Augustinus von Hoppe - Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.

- Ildefonso Falcones - Die Kathedrale des Meeres

- J. R. R. Tolkien - Der Herr der Ringe

- Maria Peters - Die Dirigentin

- Schrödingers Katze

- Uhuras Lied

- Frank Schätzing - Tod und Teufel

- Eva Menasse - Dunkelblum

- Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit

- Laline Paull - Die Bienen

- Maarten´t Hart - Die Jakobsleiter

- Simone de Beauvoir - Die Unzertrennlichen

- Jane Campbell - Kleine Kratzer

- Holly Gramazio - Ehemänner

- Karina Urbach - Das Haus am Gordon Place

- Charlotte Gneuß - Gittersee

- Dörte Hansen - Zur See

- Julia Quinn - Bridgerton-Reihe

- Suzanne Collins - Der Tag bricht an

- Brigitte Reimann - Franziska Linkerhand

- TJ Klune - House in the cerulean sea

- Patrick Rothenfuß - Der Name des Windes

- Leonie Schöler - Beklaute Frauen

- Nino Haratschiwili - Das achte Leben

- Leigh Bardugo - Das Gold der Krähen

- T.C. Boyle - Wassermusik

- Thomas Mann - Der Tod in Venedig

- Lucy Fricke - Die Diplomatin

- Dörte Hansen - Zur See

- Michael Nehls - Das indoktrinierte Gehirn

- Nina George - Das Traumbuch

- Kristin Hannah - Die Nachtigall

- A. Teske - Inside Tagesschau

- Alison Goodman - Eona

- Klaus-Peter Wolf

- Tom Holt - The Portable Door

- Michael Ende - Momo

- Marlo Morgan - Traumreisende

- Alexandra Ernst und Frances Hardinge - Die Herrin der Worte

- Jennifer Bright - Almost isn`t enough

- Torsten Weitze - Ahren

- Richard Osman - Wir finden den Mörder

- Christoph Hein - Glückskind mit Vater

- Terry Pratchett

- Manfred Spritzer - Nervensachen

- F. C. Delius - Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich

- Sebastian Fitzek

- Tess Gerritsen

- Han Kang - Griechischstunden

- Florencia Etcheves - Fridas Köchin

- Laetitia Colombani - Der Zopf

- Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz

- Dieter Moor - Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht

- Patrick Süßkind - Das Parfum

- Isabell Allende

- Walter Moers - Rumo und die Wunder im Dunkeln

- Nathalie Dargent - Wie sich die Weihnachtsgans vor dem Ofen rettete

- Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt

- Iris Wolff - Lichtungen

- Otfried Preußler - Karat

- Christa Wolff

- R.F. Kuang - Babel

- Donna Tartt - Secret History

- Ewald Arenz - Der Duft von Schokolade

- Joël Dicker - Der Fall Harry Quebert

- Helene Delforge - Mama

- Matt Haig - Die Mitternachtsbibliothek

 
 
 

Erst eine Woche ist vergangen, doch so viele Gedanken kreisen durch meinen Kopf. Ich habe mich verändert. Seit letztem Donnerstag habe ich mich verändert. Ich spielte.

Fünf Tage lang, denn Montag gab es noch einen Nachschlag, sozusagen für die, die noch nicht aussteigen konnten. Ich spielte nicht um Kopf und Kragen, sondern um mich. Spielen – das war bislang für mich mal ein Stündchen am Rande, Halma, Mensch ärgere dich nicht, Skat oder Rommé, ein Spiel ganz eindeutig um Gewinnen oder Verlieren. Ich bin da schon ziemlich hart, gnadenlos sagt man mir nach. Ein ganz klein wenig hatten mich Maxi und Oli in den letzten Monaten angepiekst mit ihren Strategiespielen, mit Spielen, bei denen man sogar gemeinsam gegen das Spiel gewinnen kann.

Doch ich fühlte mich noch nicht bereit, mich darauf einzulassen. Nun war unser erstes SpieleWochenende an der Reihe, und ich wollte auf keinen Fall als Zuschauer daneben stehen, über die Schulter schauen und mit dem Kopf schütteln. Mit dem Kopf schüttelten viel von uns, denn solche Spiele wie „Dragon Dale“ sind schon beim 90minütigen Aufbau eine Herausforderung und nur beim Anschauen bereits eine Augenweide.

Kein Wunder, daß man dann über fast sechs Stunden bei „Mage Knight“  sich von Aufmerksamkeit zu Begeisterung zu Euphorie bis hin zur totalen Erschöpfung hangelt.

Als ich all die Vorbereitungen und großartigen Aufbauten beobachtete, hatte ich kurz das Gefühl des „ohje, das begreife ich nie“.

Doch die Neugier auf das Abenteuer war größer. Und da war noch etwas. Da war die Erinnerung an meine ToWantListe aus dem letzten Quartal 2025. Also dachte ich, Conny, Hops rein in eine neue Welt, laß es zu und dich fallen. Denn so haben wir doch auch extra unser neues Jahr überschrieben: Das Jahr, in dem wir alle ganz viel Neues lernen.

Ja, dieses Wochenende hat mich viel Neues gelehrt. Zu zehnt ein gemeinsames Spiel spielen, das hatte ein ganz neues Niveau für mich. Mit meinen blauen Gnomen Knolle und Knubbel gemeinsam Inseln bauen, um Schilder aufzustellen und Blumentöpfe zu erwerben, oder mit Pilzen Tautropfen zu verschieben, die alle im Strudel landen, oder den Lemmingen Betonschuhe zu verpassen, ach, das kann die Phantasie für Garten und Räume und Dekorationen mal eben auf ein sehr hohes Niveau beamen.

Als ich dann noch lernte, wie viele verschiedene Vögel in welchen Nestern bauen, in welchen Lebensräumen wohnen und wie schwer es ist, für diese das richtige Futter zu würfeln, damit ich ausreichend Eier legen kann, da kam ein kleiner Suchtfaktor dazu.

Wißt Ihr, da räume ich nun seit Monaten in der zukünftigen Webstube auf, trenne mich von so vielen Dingen, stelle mir deshalb täglich die anstrengenden Fragen: Brauche ich das noch? Wenn ja, wofür? Wirklich? Was passiert, wenn nicht? Dabei merke ich so oft, wofür ich doch schon alles Geld ausgegeben habe. Erstaunlich. Denn, wenn es so ist, mit diesen - Keine Ahnung, wievielen Monaten nicht angeschaut, dann kann es weg - Regeln, dann bräuchte ich eine sehr große schwarze Tonne. Das fällt mir soooo schwer. Ich bin wahrlich kein Messi, aber ich kann alles noch gebrauchen. Wären da nicht die zwei letzten der oben genannten vier Fragen (Wirklich? Was passiert, wenn nicht?), stünde ich noch immer zwischen vielen Kisten, die inzwischen schon den Weg in die Freiheit gefunden haben. Bei John Strelecky las ich: Wenn du fliegen willst, mußt du Dinge loslassen, die dich runterziehen.“  

Was hat das mit dem SpieleWochenende zu tun? Jede Menge. Ich habe meinen Aufräumprozeß um eine weitere Frage ergänzt: Hilft ES (das Ding) mir, um mich genau damit zu beschäftigen, was mich weiter entwickelt, was etwas mit TUN zu tun hat und nicht nur ein bewegen des Dings von A nach B darstellt. Diese neue Erfahrung, nämlich die Lust am gemeinsamen Spielen, habe ich ganz in mich selbst investiert, ich brauche sie nicht aufräumen, sie steht niemandem im Weg, ich kann sie jederzeit abrufen, diese Erfahrung kann mir niemand nehmen. Diese konkrete, geballte Erfahrung meine ich, die hat mich verändert.

Ich mußte schon einmal in meinem Leben alle, komplett alle materiellen Besitztümer einem Insolvenzverwalter übertragen, doch meine erworbenen Fähigkeiten, mein erworbenes Wissen konnte mir niemand wegnehmen. Darüber dachte ich an diesem Wochenende nach. Was macht mich zu der Frau, zu der Ihr anreist, die Ihr mit einem strahlenden Lächeln umarmt, der Ihr Probleme und Freuden anvertraut. Wohl auch dieses ständige Annehmen von neuen Ideen, die Neugier auf das Leben, der Hunger auf das Abenteuer, die Freude an Gemeinsamkeit. Es ist kein Springen von Blatt zu Blatt, sondern eine bodenständige Wißbegier. Lernen – das ist stets einer meiner Grundpfeiler auf der Wünscheliste des Lebens.

Daran dachte ich an diesem SpieleWochenende, wofür ich Maxi und Oli zutiefst dankbar bin, daran, wie sehr es mich forderte, längeren Erklärungen meine Aufmerksamkeit zu erhalten, mich fortwährend zu konzentrieren, mich nach einem beendeten Spiel aus der Rolle zu verabschieden, um sofort in die nächste zu schlüpfen, mich sofort auf eine neue Runde von Menschen um mich herum einzulassen. Für mich waren es Tage geistigen Leistungssports. Ich habe sie geliebt und freue mich schon jetzt auf den 15. Oktober, wenn das Spiel von vorn beginnt.


 
 
 
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