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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 13. Juni

Euphelia muß nur noch einmal schlafen. Dann wird sie von ihrem Schreibtisch aus den Blick direkt auf die Tür heften und ….

Wenn diese Stühle morgen gegen Mittag ordentlich an ihrem Platz stehen, werden diese Tische dekoriert sein, die Tür aufgeschlossen sein und nach und nach Menschen hinein kommen. Die Menschen (sie nennen sich Hotelgäste) werden fröhlich und glücklich lachen. Conny wird fröhlich und glücklich weinen. Es ist soweit.

Heute war der Feinschliff draußen angesagt und Torsten in seinem Element. Möbel raus aus dem Winterlager. Wie von Zauberhand verändert sich der Blick in den Park innerhalb kürzester Zeit. Alle Eingänge wurden überprüft, CHECK!

Für Biene blieb heute die letzte große Aufgabe, den Matti zu putzen. Matti – das ist unser MitArbeiterTratschTempel-i.

Wenn Biene anpackt, dann geht es auch richtig zur Sache. Als sie ihren Plan für heute erfuhr, kam nach einem winzigen Überlegen: in Ordnung, ich brauche Schraubenzieher, Schrubber und Teppichklopfer. Und zack, da war die Bude auch schon leer. Manchmal bewundert Conny die Schnelligkeit, mit der Biene den Schalter umlegen kann. Biene, heute nicht backen, heute kochen, Koch ist krank. Wieviel Zeit habe ich? Wieviele Gäste? Ärmel hochkrempeln, einen Augenaufschlag lang überlegen, Blick ins Kühlhaus – na gut, dann laßt uns diese Party feiern. Ja, feiern, feiern kann Biene auch. Da bleibt kein Auge trocken und niemand braucht ein Hörgerät. Und auch sonst sagt sie an, wann immer ihr etwas nicht paßt. Direkt. Manchmal gewöhnungsbedürftig. Doch meist lernen sie hier bei solchen Gesprächen beidseitig voneinander. Das macht dieses besondere kreative Klima aus. Die Buchtorte – fast jeder kennt sie – ist Bienes Kreation. Eigentlich muß bei Bienes Temperament alles unkaputtbar sein. Doch wenn sie auf ihren Torten dekoriert, dann werden die Zuckerperlen zahm. Dann läßt sie selbst nur Perfektion durch die Gütekontrolle. Seit mehr als 16 Jahren bäckt, kocht, putzt und lacht Biene nun schon hier in der Gutshotelfamilie. Viele Köche hat sie kommen und gehen sehen. Köche sind Wandervögel, sagt Biene. Was sie hier hält sooo lange? Biene überlegt kurz, dann antwortet sie ganz ausführlich norddeutsch: ist cool hier.

Ab morgen, freut sich Euphelia, werdet ihr sie alle in echt wieder erleben. Sie sind noch enger zusammen gewachsen, als jemals zuvor. Diese zehnköpfige Gutshotelfamilie freut sich riesig auf diesen Sommer. Sie gestalten ihn wie im letzten Jahr klein und fein, mit voller Hingabe und Leidenschaft. Heute Abend wurde frischer, feinster, köstlicher Rhabarber von Silke aus Rostock gebracht. Dazu bekam Conny drei Tomatenpflanzen. Sie tauschte dagegen drei Kürbispflanzen. Das Leben kann so einfach, schön und unkompliziert sein. Morgen gibt es Rhabarberkuchen. Morgen, wenn die Tür offen ist und viele Fenster im Haus ebenfalls, wenn Stimmen zu hören sein werden, Bücher durchs Haus getragen werden, Aperol geschlürft wird. Morgen.

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