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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 19. Oktober

Euphelia hätte nie gedacht, wie lange Mehlstaub im Federkleid haften bleibt.

Sie hat es versucht, doch schreiben konnte sie damit nicht. Mit Mondstaubviolett ging doch auch, mit Mehlstaubweiß irgendwie nicht. Hey, Euphelia, wackeln, zappeln, schütteln, tief eintauchen in herbstlich leuchtendes Orange und ran an die schreibende Hand! Nun ist also der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag des Bücherhotels schon Geschichte. Doch die Erinnerungen sind taufrisch und zauberhaft. Es war das Brot-Wochenende. Es sollte ein Spektakel werden, hatte Conny sich vorgenommen. Es waren Stargäste eingeladen worden. Es sollte ein besonderes Danke werden für ganz besondere Gäste, die seit vielen Jahren das Bücherhotel treu begleiten. Und es wurde ein echter Knaller.

Conny wälzte BrotBücher und Zeitschriften, begann am Mittwoch bereits mit den ersten beiden Broten, unter dem Motto, wenn nichts klappt, dann liegen wenigstens zwei fertig bereit. Die endgültigen Entscheidungen diskutierten sie im Salon gemeinsam, Gäste und Familie. Dies noch, ohja, das auch noch. Boh, das kannst du nicht weglassen. Und dann lag da am Mittwoch ein Plan auf dem Tisch, von dem Conny nie gedacht hätte, daß sie den verstehen kann.

Doch er entpuppte sich als grandios. Dazu erstellte Maxi eine Liste, die Conny zwar sofort verstand, an die sie jedoch nicht einen Moment glauben konnte.

Listen, Pläne, Zeitvorgaben – da ist sie raus. Doch nur so konnte sie in diesen Marathon starten, und auf den hatte sie so richtig Bock. So ganz doll richtig! Also Liebe auf den zweiten Blick zu Plan und Liste und hinein mit Gebrüll ins Abenteuer. Yeah!!!! Von Beginn an machte diese gemeinsame Aktion einfach nur Spaß.

Rolf stürzte sich voll ins Vergnügen, Sabine und Susan waren wundervolle Logistiker, hatten die Abfolgen und Zeiten im Griff. Peter krabbelte mit seiner Kamera fast in die Öfen. Bärbel trank mit Conny in aller Frühe den ersten Kaffee, bevor kurz danach frisch und fröhlich Horst sich mit seinem Tee zu ihnen gesellte. Es wurde Zucchini geraspelt, Kürbis gerieben, Hirse gekocht. In der hauseigenen Mühle Marta wurde Lichtkornroggen, Waldstaudenroggen, Champagnerroggen, Gelbweizen, Emmer, Einkorn, Reis, Buchweizen vermahlen und später verknetet. Am Freitag kam der Mecki zum Einsatz, am Sonnabend durfte Sir Henry seine Vorzüge beweisen. Es wurden Brote frei geschoben, im Kasten und im Topf gebacken. Es wurden 35 köstliche Brote, davon 19 verschiedene Sorten.

Ein Höhepunkt war das Laminieren, Färben und Binden des Blumenbrotes.

Gemeinsam mit Christiane wagte sich Conny an den Sauerteigkuchen. Diesen Teig nahm sie sogar mit ans Bett, um ihn nachts um 1 Uhr dehnen und falten zu können. Sie belegten ihn nach 24 Stunden Gare mit Quitte und Streuseln, und wow, dieser Kuchen war aufgegessen, bevor man das Wort Quittensauerteigstreuselkuchen überhaupt ausgesprochen hatte.

Doch als am frühen Abend des Freitag, dem 13., an den Tresen im Gewölbe Andreas Pasternack kam, da zitterten Conny dann wirklich die Knie. So viele Jahre hatte sie sich gewünscht, diesen ganz besonderen Künstler in ihrem Haus begrüßen zu dürfen. In der Stube der tausend Bücher war alles vorbereitet. Dieses Konzert des Pasternack-Swing-Trios sollte in der Art eines Wohnzimmerkonzerts in die Herzen der wunderbaren Gäste dieser Geburtstagsfeier direkt Einlaß erhalten. Es gelang. Leidenschaft, totale Professionalität der Musiker, Spaß an der kleinen Runde – es war ein würdiger Abend, danke, danke an Andreas, Christian und Enrique. Der Abschied zögerte sich durch Wunschtitel und Zugaben weit hinaus.

Andreas Pasternack sagte einen neuen Termin am 11. Oktober 2024 zu mit den Worten: „Laß uns eine Tradition beginnen.“ Ihr solltet diesen Termin sofort in eurem Kalender notieren. Sonnabend gab es natürlich einen Besuch in Eulenhausen.

Das Wetter hatte Connys Wünsche ebenfalls verstanden. Es paßte sich einem Grillabend und einem Abschluß am Lagerfeuer an. Als Conny am Sonntag, nachdem fast alle abgereist waren, im kleinen Kreis im Salon Tee trank, kullerten die Tränen, kam die Bitte nach „Kneif mich mal!“, reiften Ideen und Pläne und neue Visionen, sackte das fabelhafte Gestern und erschien ein Bild für ein spannendes Morgen.

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