"Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben." Oscar Wilde
- Conny aus Literaturien

- 15. Apr.
- 6 Min. Lesezeit
Das Bild meines Kalenders in diesem Jahr scheint Programm zu sein – fiel mir gerade vorhin zum ersten Mal auf.

Ich wollte in meinen Bildern auf dem Handy aufräumen. Dabei stellte ich fest, daß ich am 4. März zum letzten Mal Tagebuch geschrieben habe. Das Buch meines Jahres hat sich seitdem mit so vielen Bildern und Geschichten gefüllt, ich bin förmlich auf Wolke 7 durch die letzten Wochen gesegelt. Ja, immer schön die Arme breit, um im Gleichgewicht zu bleiben, locker in der Hüfte und Knie in Habachtstellung. Wenn die Arbeit Spaß macht, dann kann ich schon schnell mal die Grenzen der eigenen Kraft überschreiten. Plötzlich pustet der Wind streng von vorne, läßt die Haare (die so lang sind, weil ich nicht vom Hof fahren mag) nach hinten wehen, bremst den Auftrieb und schickt Schlafsand aus der Sahara oder sonst woher schon am späten Nachmittag. Ich mag gern selbst in meinen Erlebnissen blättern. Wir sind so eine kleine wundervolle Truppe und erleben echt viele verschiedene Dinge hier bei uns auf dem Hof.
Ich räume also jetzt meine Fotos auf und lasse Euch an den Erinnerungen ein wenig teilhaben.
Natürlich fange ich mit Rosinante an.

Sie wurde toll gepflegt in Rostock im bike market, steht nun wieder im heimischen, geheizten Unterstand und wartet geduldig auf den Start für unsere große Reise 2026. Ich habe unser Bahnticket gebucht. Am 28. Juni fahren wir beide von Waren nach Liberec in Tschechien, um von dort die erste Tour an die Neißequelle zu unternehmen und dann, von der Lausitz aus startend, an Neiße und Oder zurück gen Heimat zu radeln.
Zurück zum März. Unsere Tour „Ladies Only“ begann spielerisch und schon ziemlich krass. Wir legten vom Spiel „Geht noch was?“ vier zusammen und spielten alle gemeinsam an einem Würfelbecher.

Oh, das war ein echter Auftaktspaß, gepaart mit viel Konzentration. Oli ist ein begnadeter Erklärbär, das erleichtert so eine Runde ungemein. Wenn im Oktober das nächste Spiele-Wochenende stattfindet, dann werden die Tische wieder voll sein mit strategischen Welten. Ich freue mich schon sehr darauf.

Zurück zur Damenwahl. Wir besuchten unsere Wäscherei „Warener Waschfee“, die uns seit Jahrzehnten mit sauberer Wäsche in den Zimmern versorgt. Das war sehr interessant, denn soviel Technik hatten wir nicht vermutet und so eine engagierte Führung auch nicht. In Rostock wechselten unsere Damen und auch unsere Butler in andere Welten. Im „Klamöttchen“ wurden wir von Alina sooo herzlich empfangen und konnten unsere anderen Leben einfach mal anprobieren. Das sollte man vielleicht häufiger tun, einfach mal in eine andere Rolle schlüpfen.
Zum Abschluß war der Höhepunkt die Lesung mit Janne Mommsen zu seinem neuen Buch „Das Salz in der Luft“ – musikalisch unterlegt, erzählt mit vielen Episoden aus dem Schreibprozeß wurde es ein charmanter und sehr unterhaltsamer Abend.
Mitte März hatten Torsten und ich die große Freude, auf Einladung von Peter in der Elbphilharmonie ein zauberhaftes Konzert zu erleben. Es war so ein tolles Erlebnis. Danke Peter!!!
Aber sofort nach diesem Ausflug ging es weiter mit Aufräumen. Die Stube, in die die Webstühle kommen sollte, war längst noch nicht bereit.

Doch ich hatte mir ein Ziel gesetzt: FreundeWochenende. Tagsüber und beinahe auch halbe Nächte räumte ich auf in meinen Erinnerungen, in Texten und Zeitungsausschnitten, Dingen, Fotos, fällte Entscheidungen, ob weg oder behalten und war total erschöpft von diesem Prozeß. Nun bin ich dankbar, daß ich mir ein Ziel gesetzt hatte, denn sonst würde ich es nicht geschafft haben. Während die Gäste schon die ersten Sonnenstrahlen genossen, wühlte ich noch auf der Schattenseite. Wie groß war die Freude, als die Webstühle mit einer wahren Prozession in die neu entstandene Webstube gebracht wurden.


Doch das war nur ein Teil des FreundeWochenendes, denn es wurde so viel geschafft in diesen Tagen. In der Bücherscheune war es plötzlich besenrein, die Beete wurden in Angriff genommen, an der Rezeption „Zwischen den Zeilen“ konnten wir in den Ecken putzen, weil aufgeräumt.


Bei allem hatten wir total viel Grund zum Lachen, zum Beieinandersein, zum Schwelgen in Erinnerungen und auch zum stillen Innehalten, weil gute Freunde nicht mehr dabei sein werden.

Umso wichtiger ist es, gemeinsam für wunderbare Momente zu sorgen. Ja, und einsame Eigenbrötler werden wir hier ganz bestimmt nicht. Immer sind es viele von ihnen.
Gleichzeitig zum FreundeWochenende kamen die FontaneFreunde auf ihre Kosten. Da gab es eine Lesung mit Kuno, eine Führung durch das Kloster von Dobbertin und einen Vortrag von Dr. Cartellieri. Viele neue Informationen erhielten wir über das Leben im Kloster und über die Freundschaft von Mathilde von Rohr und Fontane.

Auch im nächsten Jahr werden wir ein Fontane-Wochenende durchführen. Dann ergänzen wir mit einer „Wanderung durch die Gemarkung Groß Breesen“ – ich hab da so Ideen….
Nachdem sich der Spinnkurs von Maxi Mitte März schon großer Anerkennung erfreute, waren wir total gespannt, wie unser nächster Markt wohl angenommen wird. Danke an zauberhafte Aussteller zum Vorostermarkt. Es war eine wundervolle Stimmung auf dem Hof, zu der Ihr alle mega beigetragen habt.
Unsere Sommermärkte an „Kunst offen“ und „Offene Gärten“ werden kleiner sein, bevor wir dann am 14. und 15. November den Advent mit einem großen Markt wieder einläuten. Apropos Spinnen: Am 26. April findet in Prerow ein SpinnMarathon statt von 9-12Uhr, zu dem Maxi sich angemeldet hat. Wer also Lust hat, möge gern Zuschauer dort sein.
Und dann kam auch schon Ostern, kam und war gefühlt sofort wieder vorbei. Mir schien es, als hätte ich die Kisten mit der Deko gar nicht aus den Händen gelegt, da habe ich auch schon wieder alles eingesammelt. Zum zehnten Mal haben unsere Osterfrauen sich hier getroffen, danke für diese Treue, Mädels, macht echt Spaß mit Euch. Zu Ostern hatte endlich auch Mechthild mal wieder ihren RundumAuftritt. Sie ist unsere große Knetmaschine, ein Traditionsstück des alten Handwerks. Bisher habe ich sie selten eingeschaltet, weil meine Mengen zu klein waren. Nun bin ich groß genug für Mechthild, nun ist sie fester Teil unseres Teams.

Vielleicht an dieser Stelle so mittendrin, wegen Team und so: Wir suchen an der Seite von Ingo und Bine gern Verstärkung in der Küche. Nicht nur die Anzahl der Brote ist gestiegen. Die beiden sind ein großartiges Gespann, doch Hilfe in der kalten Küche und an der Spüle würde ihnen das Leben etwas erleichtern und genau das ist unser Ziel für die ganze Gutshoffamilie. Wir möchten miteinander ein wundervolles Leben führen. Deshalb möchten wir auch für Anja auf der Etage Hilfe finden. Anja ist echt eine Zauberfrau, Heldin der Bettwäsche, immer voller Power. Doch auch sie braucht Urlaub und freie Tage, ohne sich um die „Insel“ Gedanken machen zu müssen. Insofern suchen wir nicht, weil es nicht anders geht, sondern in der Tat, um das Hiersein für uns alle selbst zu verschönern.
Achja, gleich nach Ostern ist noch etwas gaaaanz Tolles passiert. Es wurde Licht – Torsten hat es ermöglicht. Unser WolleLaden ist nun perfekt ausgeleuchtet. Erst jetzt konnten wir erkennen, wie wunderbar er ausgestattet ist. Es ist ein reines Vergnügen, durch unser Lädchen Lädi L. zu bummeln.

Mir fällt noch so viel ein, worüber wir gerade nachdenken, was wir alles angezettelt haben, was wir alles erlebt haben. Zum Beispiel, daß der Frühling unseren Park gefunden hat. Zum Beispiel, daß der berühmte (unter den Wollmäusen) Thorsten Duit im November und im Januar zu uns kommen wird. Zum Beispiel, daß Susanne Oswald im Januar erneut bei uns liest, wir ihr dann die Socken der Sockenweltmeisterschaft übergeben werden, an der wir uns beteiligen und auch Sammelstelle sind. (Ein so wichtiges und schönes Projekt, bitte, bitte macht mit!!!!) Zum Beispiel, daß wir ab Mai jeden ersten Sonntag im Monat einen Tanztee im Bücherhotel veranstalten. Zum Beispiel, daß wir den großartigen Pianisten und Sänger Caleb Collins am 3. Juni hier erleben werden, der aus Los Angeles anreist und zwischen Gospel und Jazz pendelt. Zum Beispiel, daß wir an jedem Mittwoch ab 17.12 Uhr zum Brettspielabend einladen. UND, zum Beispiel, daß am 10. Juli hier Katharina und Daniel eine Folge des Bücherpodcast Eat:READ:sleep gestalten werden. Ohje, und das war längst nicht alles. Bleibt am Ball, Ihr Lieben. Wir haben nicht umsonst gesagt, daß dies unser Jahr wird, in dem wir alle ganz viel Neues ausprobieren. Wir ziehen das voll durch und fühlen uns total wohl dabei und sind voll stolz auf Euch, weil wir bisher in den ersten Monaten dieses Jahres nicht ein einziges Angebot des Veranstaltungskalenders ausfallen lassen mußten. Alle waren ausreichend gebucht. Habt Dank Ihr Alle für dieses große Vertrauen.
Doch jetzt ich höre auf. Laßt mich zum Abschluß voller Stolz und Freude und Dankbarkeit sagen: Die „Insel Literaturien“ hat nun einen Newsletter. Maxi hat unseren Newsletter eingerichtet, den wir mit kurzen Nachrichten und Neuigkeiten füllen werden, nicht oft, nicht lang, sondern knackig und informativ. Bitte, meldet Euch gern dafür an.


















Genial! Wir sind total begeistert + wünschen Euch allen von Herzen alles Glück der Welt + gutes Gelingen aller phantastischen Pläne!
Immer nah bei Euch! MKP