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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Erst eine Woche ist vergangen, doch so viele Gedanken kreisen durch meinen Kopf. Ich habe mich verändert. Seit letztem Donnerstag habe ich mich verändert. Ich spielte.

Fünf Tage lang, denn Montag gab es noch einen Nachschlag, sozusagen für die, die noch nicht aussteigen konnten. Ich spielte nicht um Kopf und Kragen, sondern um mich. Spielen – das war bislang für mich mal ein Stündchen am Rande, Halma, Mensch ärgere dich nicht, Skat oder Rommé, ein Spiel ganz eindeutig um Gewinnen oder Verlieren. Ich bin da schon ziemlich hart, gnadenlos sagt man mir nach. Ein ganz klein wenig hatten mich Maxi und Oli in den letzten Monaten angepiekst mit ihren Strategiespielen, mit Spielen, bei denen man sogar gemeinsam gegen das Spiel gewinnen kann.

Doch ich fühlte mich noch nicht bereit, mich darauf einzulassen. Nun war unser erstes SpieleWochenende an der Reihe, und ich wollte auf keinen Fall als Zuschauer daneben stehen, über die Schulter schauen und mit dem Kopf schütteln. Mit dem Kopf schüttelten viel von uns, denn solche Spiele wie „Dragon Dale“ sind schon beim 90minütigen Aufbau eine Herausforderung und nur beim Anschauen bereits eine Augenweide.

Kein Wunder, daß man dann über fast sechs Stunden bei „Mage Knight“  sich von Aufmerksamkeit zu Begeisterung zu Euphorie bis hin zur totalen Erschöpfung hangelt.

Als ich all die Vorbereitungen und großartigen Aufbauten beobachtete, hatte ich kurz das Gefühl des „ohje, das begreife ich nie“.

Doch die Neugier auf das Abenteuer war größer. Und da war noch etwas. Da war die Erinnerung an meine ToWantListe aus dem letzten Quartal 2025. Also dachte ich, Conny, Hops rein in eine neue Welt, laß es zu und dich fallen. Denn so haben wir doch auch extra unser neues Jahr überschrieben: Das Jahr, in dem wir alle ganz viel Neues lernen.

Ja, dieses Wochenende hat mich viel Neues gelehrt. Zu zehnt ein gemeinsames Spiel spielen, das hatte ein ganz neues Niveau für mich. Mit meinen blauen Gnomen Knolle und Knubbel gemeinsam Inseln bauen, um Schilder aufzustellen und Blumentöpfe zu erwerben, oder mit Pilzen Tautropfen zu verschieben, die alle im Strudel landen, oder den Lemmingen Betonschuhe zu verpassen, ach, das kann die Phantasie für Garten und Räume und Dekorationen mal eben auf ein sehr hohes Niveau beamen.

Als ich dann noch lernte, wie viele verschiedene Vögel in welchen Nestern bauen, in welchen Lebensräumen wohnen und wie schwer es ist, für diese das richtige Futter zu würfeln, damit ich ausreichend Eier legen kann, da kam ein kleiner Suchtfaktor dazu.

Wißt Ihr, da räume ich nun seit Monaten in der zukünftigen Webstube auf, trenne mich von so vielen Dingen, stelle mir deshalb täglich die anstrengenden Fragen: Brauche ich das noch? Wenn ja, wofür? Wirklich? Was passiert, wenn nicht? Dabei merke ich so oft, wofür ich doch schon alles Geld ausgegeben habe. Erstaunlich. Denn, wenn es so ist, mit diesen - Keine Ahnung, wievielen Monaten nicht angeschaut, dann kann es weg - Regeln, dann bräuchte ich eine sehr große schwarze Tonne. Das fällt mir soooo schwer. Ich bin wahrlich kein Messi, aber ich kann alles noch gebrauchen. Wären da nicht die zwei letzten der oben genannten vier Fragen (Wirklich? Was passiert, wenn nicht?), stünde ich noch immer zwischen vielen Kisten, die inzwischen schon den Weg in die Freiheit gefunden haben. Bei John Strelecky las ich: Wenn du fliegen willst, mußt du Dinge loslassen, die dich runterziehen.“  

Was hat das mit dem SpieleWochenende zu tun? Jede Menge. Ich habe meinen Aufräumprozeß um eine weitere Frage ergänzt: Hilft ES (das Ding) mir, um mich genau damit zu beschäftigen, was mich weiter entwickelt, was etwas mit TUN zu tun hat und nicht nur ein bewegen des Dings von A nach B darstellt. Diese neue Erfahrung, nämlich die Lust am gemeinsamen Spielen, habe ich ganz in mich selbst investiert, ich brauche sie nicht aufräumen, sie steht niemandem im Weg, ich kann sie jederzeit abrufen, diese Erfahrung kann mir niemand nehmen. Diese konkrete, geballte Erfahrung meine ich, die hat mich verändert.

Ich mußte schon einmal in meinem Leben alle, komplett alle materiellen Besitztümer einem Insolvenzverwalter übertragen, doch meine erworbenen Fähigkeiten, mein erworbenes Wissen konnte mir niemand wegnehmen. Darüber dachte ich an diesem Wochenende nach. Was macht mich zu der Frau, zu der Ihr anreist, die Ihr mit einem strahlenden Lächeln umarmt, der Ihr Probleme und Freuden anvertraut. Wohl auch dieses ständige Annehmen von neuen Ideen, die Neugier auf das Leben, der Hunger auf das Abenteuer, die Freude an Gemeinsamkeit. Es ist kein Springen von Blatt zu Blatt, sondern eine bodenständige Wißbegier. Lernen – das ist stets einer meiner Grundpfeiler auf der Wünscheliste des Lebens.

Daran dachte ich an diesem SpieleWochenende, wofür ich Maxi und Oli zutiefst dankbar bin, daran, wie sehr es mich forderte, längeren Erklärungen meine Aufmerksamkeit zu erhalten, mich fortwährend zu konzentrieren, mich nach einem beendeten Spiel aus der Rolle zu verabschieden, um sofort in die nächste zu schlüpfen, mich sofort auf eine neue Runde von Menschen um mich herum einzulassen. Für mich waren es Tage geistigen Leistungssports. Ich habe sie geliebt und freue mich schon jetzt auf den 15. Oktober, wenn das Spiel von vorn beginnt.


 
 
 

Wenn ich jetzt anfange, die Tage des neuen Jahres zu zählen, dann höre ich eben später auf. Silvester ist doch auch nur ein Tag im Kalender.

Mich hat der Winter so richtig eingelullt.

Beim NABU habe ich gelesen, daß ein Winterschlaf kein durchgängiger Tiefschlaf ist von Oktober bis März, sondern es wechseln sich Ruhephasen mit kurzen Wachphasen ab, in denen die Tiere aktiv sind. Solche aktiven Phasen gab es wohl auch bei mir, doch spärlich. Ich bin ein echter Winterschläfer, setze meine Lebensfunktionen auf Sparflamme. Das bedeutet, daß ich mir die Ruhe nehme, dem Tanz der Schneeflocken mit Begeisterung zuzuschauen, mich am Nachmittag neben der Heizquelle mit der Häkelnadel und dem fast fertigen Tuch einzukuscheln, einen ganzen Tag lang zu lesen.

Doch die aktiven Phasen waren natürlich dann auch echt ganz doll aktiv. Da gab es nach dem Öffnen der ersten Adventstür viele schöne Weihnachtsfeiern.

Unsere Mittwochstrickhäkelhandgedingstetruppe ließ sich auf einer erlebnisreichen Weihnachtsfeier von uns führen.

Es war so bunt und fröhlich, daß wir uns nun schon gemeinsam auf den 3. Juni freuen, auf das Sommerfest der Mittwochstrickhäkelhandgedingstetruppe. Gemeinsam wurde in den letzten Tagen die Wollstube erneut aufgepeppt. Noch einmal mehr sieht sie nun einem zauberhaften Wollladen so richtig ähnlich.

Das Angebot ist soooo umfangreich, so daß alle Wollmädels gern lange zwischen den Regalen verweilen, Erfahrungen austauschen, gemeinsame neue Projekte beginnen und ganz schnell noch auf der Treppe im Laden an der Nadel hängen.

Dazu kommen Maxis Erfahrungen am Spinnrad und die stark gewachsene Anzahl an Spinnrädern und Webrahmen, die das Erlebnis rund um den Faden immer abenteuerlicher erscheinen lassen.

In meiner To-Want-Liste war das Ausräumen der zukünftigen Webstube ein sehr großer Punkt. Ich weiß gar nicht, ob ich ohne diesen Punkt auf der Liste den Mut gehabt hätte, damit zu beginnen. Doch nun befindet sich diese Stube bereits gesaugt und mit großen freien Flächen im Endspurt.

Seit Beginn unseres Jahres „In dem wir alle viel Neues lernen“ laufen unsere Kurse fast nahtlos aneinander. Alle sind bisher gebucht worden. Unsere Idee, mit Gleichgesinnten selbst Neues auszuprobieren und sich mal aus der Komfortzone heraus zu bewegen, scheint eine gute Idee zu sein.

Wir haben bereits Brot gebacken,

Socken gestrickt,

Makramee gelernt.

Morgen beginnen die Brettspiele-Tage.

Eine Woche lang haben Torsten und ich eine Auszeit an der Ostsee genossen.

Saßnitz im Winter mit Ausflug auf den Königsstuhl und ganz viel Ruhe und Zeit für gemeinsam sein.

Noch immer fragen wir uns abends, was war an dem Tag besonders schön, sammeln unsere Glücksmomente. Dies ist ein herrliches Ritual geworden.

Meine Worte für den Blog waren allerdings dem Winterschlaf zum Opfer gefallen. Danke an Euch, die einfach jetzt gestupst haben und auf diese Texte warten. Da tat ein wenig schütteln schon mal richtig gut.

Gerade kommt die Sonne hervor und ich werde jetzt im Salon die Mittwochstrickhäkelhandgedingstetruppe voller Freude erwarten. Bine hat frischen Kuchen gebacken, Liane sortiert mit Maxi bereits die neue Ware und die ersten Mädels sind schon hilfreich an den Regalen.  

Langsam und allmählich werde ich Worte sammeln, um sie hier im Blog wieder regelmäßiger zu verteilen. Also Euch allen die Angst genommen: es geht uns gut und wir sind mit voller Kraft, großer Zuversicht und beständiger Ruhe am Start.


 
 
 

“Es wird Weihnachten! Mein ganzes Haus riecht schon nach braunem Kuchen - versteht sich nach Mutters Rezept -, und ich sitze sozusagen schon seit Wochen im Scheine des Tannenbaums. Ja, wie ich den Nagel meines Daumens besehe, so ist auch der schon halbwegvergoldet.” Theodor Storm


Es geht los. Der November hat seine Tür mit einem lauten Knall zugeschlagen.

Mit Dudelsackbegleitung sozusagen.

Was für ein fröhlicher Erster Advent. Am Sonnabend strahlte pünktlich zur Adventslesung der Tannenbaum.

Es war so schön, den ein paar Tage vorher im Wäldchen gemeinsam mit Olis Mutti Silke und Dieter auszuwählen. Danke für einen märchenhaften Nachmittag, für Weihnachtsbaum, köstlichen Kuchen und ein wärmendes Familiengefühl. Andrea und Jens-Uwe bekleideten nun mit Heike den Baum im Salon.

Peter saß später daneben, als wenn der Weihnachtsmann persönlich zu Gast wäre.

Am Lagerfeuer stimmte Elli den Chor an. Der Park schien sich in einen winzigen gemütlichen Weihnachtsmarkt zu verwandeln.

Heute legten wir Türen unter den Weihnachtsbaum. Adventskalender, Naschi von Andrea und Jens-Uwe, ein Tannenbaumkugelherz von unseren Glasbläsern mit Namen. Diese erste Tür widmen wir unserer Gutshoffamilie.

Auf unserem MitarbeiterTag haben wir besprochen, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Das Ziel unserer gemeinsamen Reise steht, unser Haus und Hof sind uns Herzensangelegenheiten. Laßt uns gemeinsam Geschichten schreiben, die wir später am Kamin erzählen können.

  

Meine literarische Empfehlung am 1. Dezember: Patricia Kölle, “Ein Engel vor dem Fenster”. Ich mag besonders die Erzählung vom Café Bali. 

Bevor der Winter volle Omme Einzug hält, dürft ihr hier noch einige Herbstimpressionen unserer "Insel" Literaturien genießen.


 
 
 
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