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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Euphelia bewundert ihre Freundin, die zehnköpfige Raupe. Diese zieht echt durch. Von Raum zu Raum, von Zimmer zu Zimmer, von Bereich zu Bereich putzt sie sich durch, ist keine Ecke sicher vor ihr.

Das klappert und tönt um Euphelia herum, doch das Lachen und Quatschen gibt dieser Raupe den Charme und erfüllt das gesamte Haus mit Harmonie. Heute steht das Gewölbe ganz im Mittelpunkt. Dies ist das Reich von Liane. Seit fast 18 Jahren prägt sie das Treiben mit ihrer ganz eigenen kreativen Art. Euphelia freut sich schon auf die Zeit nach Öffnung, denn dann schwebt mit Liane täglich diese bezaubernde Duftwolke eines magischen Parfums hinein. Liane ist da. Fehlt diese Zauberwolke, fragt Conny schon mal nach, ob alles in Ordnung ist. Endlich ist nun aber Liane wieder in ihrem Element. Flaschen drehen.

Obwohl im Moment nur, um an all den Staub im Weinkeller zu kommen. Gleichzeitig sind die Gedanken konzentriert darauf gerichtet, welcher Wein wohl zu welcher Stimmung, zu welchem Gast, zu welchem Wetter, zu welchem Essen passen wird. Conny bewundert immer wieder, mit welcher Inbrunst sich Liane ihren Getränken verschrieben hat. Entweder es ist sofort eine Antwort parat oder wird wenig später nachgeliefert. Conny liest zu gerne Romane über Essen und Trinken und zu gerne entstehen Ideen für das eigene Hotel daraus. Ein Gespräch mit Liane führt oft dazu, daß wenige Stunden später bestimmte Sorten für den Einkauf vorgestellt werden, ein Konzept einer Veranstaltung geboren wurde und sogar über passende Dekorationen fabuliert wird. Selbst die Gäste, zu denen das passen könnte, haben schon einen Platz im Hinterkopf. Für diesen Sommer hat Liane ganz besondere, alt bekannte Cocktails ausgesucht. Euphelia ahnt, diese müssen ausreichend verkostet werden, damit sie sich ihrer Auswahl sicher sind. Auf Connys Frage, welches Getränk sie wohl voller Lust als Trend anbieten wird, antwortet Liane: Ich weiß, was du gelesen hast. Es wird wohl der Gin sein. Ich hab da schon so eine Idee. Liane kann eben immer wieder überraschen, sei es mit Wissen über die Wünsche der Gäste, welche sie, genau wie die Namen über Jahre scheinbar im Kopf eingespeichert hat, oder aber mit Gedanken, Worten und Themen, mit denen Conny vorher nicht gerechnet hat. Sie nascht am liebsten Lindtkugeln, das ist inzwischen gut bekannt, doch ihr großer Wunsch, Klavier spielen zu können, war für Conny eine Überraschung. Zum Glück sind sie ja alle noch voll jung. Ist der Wunsch reif, wird sie es einfach anpacken. Liane fing damals soooo schüchtern und ruhig und unscheinbar hier als Mitarbeiterin an. Nach dieser brisanten Entwicklung bis heute traut Conny ihr alles zu. Für Liane ist das sichere Fundament die Familie, ihre eigene und diese zweite hier, welches ihr Ruhe und Sicherheit gibt, ihren Traum einer kompetenten und liebenswürdigen Gastgeberin zu leben. Und vielleicht erfüllt sie sich oder wir uns alle gemeinsam ihren Traum einer richtigen großen Kreuzfahrt. Vielleicht so in zehn Jahren, sagt Liane. Doch wer weiß, manchmal hört ja da eine Fee mit. Manchmal ist das so. Doch heute hat auch Liane ihren Lieblingsplatz gefunden und genießt ihre Pause im Park.

 
 
 

Euphelia reibt sich verschlafen die Äuglein. Als Conny am frühen Abend mit einem lauten Stöhnen ins Bett fiel, war nicht damit zu rechnen, daß Euphelia noch mitten in der Nacht ein geöffnetes Tintenfaß an die Seite bekommt. Doch Conny ist dafür bekannt, irgendwie immer zu denken. Wahrscheinlich weiß sie gerade gar nicht, wie spät es ist. Selbst, wenn man sich die von ihr gemähten Flächen im Gutspark oder in Eulenhausen anschaut: immer ein bißchen verpeilt. Alle, die kein System oder keinen Plan erkennen lassen, die hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Conny gemäht. Das schlagende Argument lautet: Da, wo ich Lust hatte.

Ohja, und ganz viel Lust war heute am Kindertag auf dem Hof zu spüren. Euphelia hatte recht behalten. Es wuselte, lachte, quasselte, fluchte, nieste den Staub an, sprach mit dem Unkraut, schüttelte den Kopf ob der Großvorhaben in den letzten Tagen vor dem Schlüssel. Ingo kniete sich gleich richtig rein.

Obwohl er eigentlich überall hingerufen wurde. Ingo, der Schrank muß von der Wand. Ingo, die Gardinenstange ist zu hoch für mich. Ingo, ganz da oben am Fenster ist noch ein Fleck. Und Ingo klettert auf Leitern, schiebt Schränke, kratzt Wege frei. Er hat seinen Ort, seine zweite Familie hier gefunden, nun schon seit vielen Jahren. Natürlich freut er sich auf das Kochen. Doch erst wird gemeinsam mit allen das Nest bereitet. Ingo kocht gar nicht aus reiner Experimentierlust oder um sich selbst zu krönen, sondern sein wichtigstes Motiv besteht im Freude bereiten. Das Kochen ist Ingos Art, Menschen zu verwöhnen. Dies ist sein Ansporn. Da muß nicht ständig Trend gekocht werden. Ja, er liest im Internet und schaut, was neu „erfunden“ wird. So entwickelt Ingo sich weiter und mit den Wünschen der Gäste. Doch die gute Hausmannskost bleibt die Grundlage. Sie wird zunehmend leichter, sehr viel regionaler. Ingo liebt bunte Zeitschriften. Gut für seine Mädels hier rundherum. Er kann mitreden. Ingo ruht in sich, ist zufrieden mit den Dingen, freut sich auf den Schlüsseltag. Mit Sicherheit wird er wieder das Laufen in der Küche bekommen. Das ist sein Markenzeichen. Wege in der Küche werden im Dauerlauf absolviert. Bis dahin jedoch findet Ihr Ingo überall gleichzeitig hier im Haus. Auf die Frage, welchen Wunsch er hätte, stünde plötzlich eine gute Fee vor ihm, antwortet Ingo: Oh, nicht so spontan. Besser, die meldet sich an.

In der Mittagspause zum Kindertag gab es Milchreis und warmes Brot und ganz viel Gelächter. Ein schöner Auftakt von Gemeinsamkeit. Doch spürbar ist die Aufregung. Der Countdown läuft. Am 14.6. dreht sich der Schlüssel im Schloß. Es fühlt sich an wie ein kompletter Neubeginn. Deshalb muß Euphelia sich nach einem aufregenden Tag erholen. Die Stille in Connys WortReich ist wirklich magisch. Heute besucht sie „Das singende, klingende Räumchen“. Hier ist die gesamte Märchensammlung inzwischen sortiert, der Raum lädt ein zum Film schauen, zum Träumen in die Anderswelt, vielleicht zu einem verabredeten Treffen mit einer Fee. Die wird Conny gut brauchen können, wenn sie wirklich in den nächsten 13 Tagen alles schaffen will. Immerhin, der Schaden im Dach wurde entdeckt, behoben, Dach ist wieder dicht das Zimmer darunter sozusagen fertig.





 
 
 

Euphelia kann regelrecht spüren, wie die Angst in Conny steigt, daß der Wasserschaden im Atelierzimmer mehr als nur ein kleiner Fleck sein kann. Was, wenn…?? Nicht auszudenken, wenn nach sieben Monaten Stillstand nun das Dach zu öffnen ist, statt des Hotels. Auch heute nach dem ersten Einsatz der Dachdecker ist noch keine Antwort gegeben. Es wurden zwei neue Fenster in Zimmer 223 eingebaut, denn die alten ließen sich nicht mehr öffnen. Scheinbar hatte die Westseite Probleme mit der langen Schließzeit. Am Montag erst erfährt Conny mehr über den Wasserfleck. Dann wird auf der Nordseite das Dach von außen geöffnet. Genauso, weiß Euphelia, genauso hat Conny sich die letzten zwei Wochen vor Eröffnung vorgestellt. Genau so nicht.

 
 
 
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