Alexandra Benedict: DAS TÖDLICHE CHRISTMAS GAME
Anne empfiehlt:
„Das tödliche Christmas Game“ von Alexandra Benedict
Kriminalroman
Klett-Cotta, 384 Seiten, 17,00 €
ISBN: 978-3-608-50267-1
(Leseexemplar von NetGalley; dann gekauft als PB)
Es ist geschehen: Ich habe mich an einen Krimi getraut! Und es hat sich gelohnt.

Wer bekommt Endgame House? Bei der diesjährigen Weihnachts-Rätsel-Schnitzeljagd ist der Familiensitz der Preis. Organisiert wird das Event wie immer von Tante Liliana, die aber kurz davor stirbt. Ein Unfall? Ein Zufall? Hauptfigur Lily nimmt nur am Spiel teil, um den Tod ihrer eigenen Mutter zu klären und endlich damit abzuschließen: War es Suizid oder, wie von der Tante in einem Brief angedeutet, Mord?
Dieses Buch hat alles, was ein Psychodrama-Weihnachtskrimi braucht:
- spannende Charaktere: von der seelisch erschütterten Waisenkind-Hauptfigur über die manipulative Tante und den allwissenden Psychotherapeuten-Cousin bis hin zur gefühlskalten Miststück-Cousine und ihrem schweigsamen Bruder in Ausbildung zum Leichenbestatter, von der spröden aber geheimnisvollen Haushälterin über die zuckersüß-verheirateten Pärchen bis hin zum Love-Interest aus der fernen Jugendzeit
- weihnachtlich-winterliche Gedichte, gespickt mit Andeutungen und Rätseln sowie Schuldzuweisungen und Trauma-Anspielungen
- richtig viele Tote
- noch mehr Schnee
- Rätsel zum Mitdenken
Das Buch ist ein fein geschriebener Pageturner voller Nervenkitzel und Überraschungen. Die Geschichte mag nicht immer logisch erscheinen, aber ich als Crime-Neuling, der Krimis nur aus Erzählungen anderer Leser*innen kennt, denke: So funktioniert wohl Krimi-Logik. Nicht wirklich realistisch, aber kreativ und konsequent entwickelt.
Ich habe das Buch gerne gelesen und freue mich schon darauf, es zu Weihnachten zu verschenken – an echte Krimi-Leser!



Oh, das klingt genau nach der Art Weihnachten, die ich versehentlich ruinieren würde, weil ich jedes Rätsel zerdenke. Das tödliche Christmas Game habe ich mir letzten Monat geholt, nachdem ich einen Vergleich mit einem düstereren, charakterfokussierteren Knives Out gesehen habe – und dann lag ich bis 2 Uhr nachts wach, weil ich Lilys Drang, endlich die Wahrheit über ihre Mutter zu erfahren, einfach nicht loslassen konnte. Was mich am meisten gepackt hat, war, wie die Spielstruktur – die Rätsel, das Haus als Preis – diese alten Familienwunden immer wieder aufreißt, statt sie schön zuzudecken. Es hat mich an die akribische Arbeit erinnert, die Leute auf https://www.gambody.com/ machen, wenn sie ganze Spielwelten Modell für Modell nachbauen, nur um ein Stück davon in Händen zu halten; Benedict macht hier etwas Ähnliches, sie zerlegt den Ruin einer Familie in ein Puzzle, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Wer einen besinnlichen Cosy-Krimi erwartet, wird hier angenehm verstört sein – es ist ein langsamer, emotionaler Brenner, der jede Enthüllung redlich verdient.