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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Euphelia muß nur noch einmal schlafen. Dann wird sie von ihrem Schreibtisch aus den Blick direkt auf die Tür heften und ….

Wenn diese Stühle morgen gegen Mittag ordentlich an ihrem Platz stehen, werden diese Tische dekoriert sein, die Tür aufgeschlossen sein und nach und nach Menschen hinein kommen. Die Menschen (sie nennen sich Hotelgäste) werden fröhlich und glücklich lachen. Conny wird fröhlich und glücklich weinen. Es ist soweit.

Heute war der Feinschliff draußen angesagt und Torsten in seinem Element. Möbel raus aus dem Winterlager. Wie von Zauberhand verändert sich der Blick in den Park innerhalb kürzester Zeit. Alle Eingänge wurden überprüft, CHECK!

Für Biene blieb heute die letzte große Aufgabe, den Matti zu putzen. Matti – das ist unser MitArbeiterTratschTempel-i.

Wenn Biene anpackt, dann geht es auch richtig zur Sache. Als sie ihren Plan für heute erfuhr, kam nach einem winzigen Überlegen: in Ordnung, ich brauche Schraubenzieher, Schrubber und Teppichklopfer. Und zack, da war die Bude auch schon leer. Manchmal bewundert Conny die Schnelligkeit, mit der Biene den Schalter umlegen kann. Biene, heute nicht backen, heute kochen, Koch ist krank. Wieviel Zeit habe ich? Wieviele Gäste? Ärmel hochkrempeln, einen Augenaufschlag lang überlegen, Blick ins Kühlhaus – na gut, dann laßt uns diese Party feiern. Ja, feiern, feiern kann Biene auch. Da bleibt kein Auge trocken und niemand braucht ein Hörgerät. Und auch sonst sagt sie an, wann immer ihr etwas nicht paßt. Direkt. Manchmal gewöhnungsbedürftig. Doch meist lernen sie hier bei solchen Gesprächen beidseitig voneinander. Das macht dieses besondere kreative Klima aus. Die Buchtorte – fast jeder kennt sie – ist Bienes Kreation. Eigentlich muß bei Bienes Temperament alles unkaputtbar sein. Doch wenn sie auf ihren Torten dekoriert, dann werden die Zuckerperlen zahm. Dann läßt sie selbst nur Perfektion durch die Gütekontrolle. Seit mehr als 16 Jahren bäckt, kocht, putzt und lacht Biene nun schon hier in der Gutshotelfamilie. Viele Köche hat sie kommen und gehen sehen. Köche sind Wandervögel, sagt Biene. Was sie hier hält sooo lange? Biene überlegt kurz, dann antwortet sie ganz ausführlich norddeutsch: ist cool hier.

Ab morgen, freut sich Euphelia, werdet ihr sie alle in echt wieder erleben. Sie sind noch enger zusammen gewachsen, als jemals zuvor. Diese zehnköpfige Gutshotelfamilie freut sich riesig auf diesen Sommer. Sie gestalten ihn wie im letzten Jahr klein und fein, mit voller Hingabe und Leidenschaft. Heute Abend wurde frischer, feinster, köstlicher Rhabarber von Silke aus Rostock gebracht. Dazu bekam Conny drei Tomatenpflanzen. Sie tauschte dagegen drei Kürbispflanzen. Das Leben kann so einfach, schön und unkompliziert sein. Morgen gibt es Rhabarberkuchen. Morgen, wenn die Tür offen ist und viele Fenster im Haus ebenfalls, wenn Stimmen zu hören sein werden, Bücher durchs Haus getragen werden, Aperol geschlürft wird. Morgen.

 
 
 

Euphelia hat sie jubeln gehört. Nächster CHECK: Salon!!!! Fertig. Vom Bücherhaus (Haus 1) oben bis unten, quer durch das gesamte Gutshaus haben Sie sich durchgeschrubbt, durchgewedelt, durchgesaugt. Zuerst alle gemeinsam und nun in den letzten Tagen immer mehr jeder an seinem Platz. Was am Anfang wie ein großes Puzzle erschien, ist nun ein fertiges gerahmtes Bild. Die Gutshotelfamilie duzt ihr Haus wieder. Mit jeder Ecke wurde neu Bekanntschaft geschlossen. Die Räume bedanken sich mit Blüte, Glanz und einem Duft von Harmonie.

Alle hier sind sich einig, daß die Gäste diese Stimmung als Willkommensgruß spüren werden. Kerstin wirkte ein wenig bedrückt heute. „Ach, Conny, nun ist alles im Haus so schön, aber unsere ganzen versteckten Ecken und Inseln im Park haben wir nicht mehr gemacht!“ Das stimmt. Conny lächelt dennoch, denn lieber frisches Gras bis zum Bauch, als verbrannte Steppe. Es ist ein Summen um sie herum, welches viel wertvoller erscheint, als gemähte gerade Fläche. Wege bis zum Ausguck, zur Achtsamkeitsbank, zur Schaukel sind fröhlich geschwungen angelegt. Der Wildheit hat dies nicht geschadet. Kerstin, die Frau mit dem grünen Daumen, würde so gern die Schönheiten freilegen, den Schätzen genügend Platz zum Bewundern geben. Doch das Wohl ihrer Zimmer und der Räume zum Lesen und Lustwandeln ist ihr noch viel wichtiger.

Jetzt freut sie sich am meisten darauf, daß diese Zimmer endlich von Menschen bewohnt werden. Dann gibt es auch wieder das kleine Geplauder auf dem Flur, das direkte Danke mit liebevollen Worten, Anerkennung. Euphelia weiß aus vielen Erzählungen, daß es nicht selbstverständlich ist, daß denjenigen, die für Reinigung zuständig sind, solch große und warmherzige Aufmerksamkeit gilt. Doch hier lebt man auf Augenhöhe miteinander. Natürlich wird auch geflucht, gestöhnt, gezetert und gestritten. Doch Kerstin meint, wichtig ist, daß jeder vom anderen weiß, daß man mitten in der Nacht anrufen kann und ohne zu zögern Hilfe bekommt oder selbst zur Stelle ist. Sie hat hier ihre zweite Familie gefunden und wundervolle Freunde in den Reihen der Gäste. Auch wenn Cornwall noch eines ihrer Traumziele ist, so sind der Gutspark und Eulenhausen dennoch klare Favoriten. Wenn Kerstin ein Lebensmittel sein würde, so wäre sie eine Paprika, antwortet sie auf Connys Frage. Bunt, farbenfroh, Würze gebend, fröhlich, ein bemerkenswertes Teil vom Ganzen.

Ja, das Ganze ist hier wahrhaft nicht klein, sondern täglich eine Herausforderung. Euphelia kann es beobachten: diese große Aufgabe wird nur gelöst mit viel Liebe, Zusammenhalt, einer unumstößlichen Vision und vor allem mit Hilfe zauberhafter, einmaliger, großartiger Freunde dieses Hauses. DANKE!




 
 
 

Euphelia flattert nun von Tisch zu Tisch, flieht vor dem Staubwedel. Das große Putzen ist in der Abschlußrunde angekommen. Das Foyer am Eingang glänzt bereits und das Wohnzimmer wird gerade so gründlich gesäubert, daß sämtliche Spinnen und Wollmäuse von alleine die Flucht antreten.

Für Sonnabend werden sie nur noch den Salon übrig haben und die Details draußen an den Eingängen. Engelchens Frühstücksbuffet ist eingerichtet. So oft hat sie sich selbst überzeugt, ob auch wirklich nichts fehlt. Lianes Kaffeemaschine ist auf einem Auge schon aus dem Dornröschenschlaf erwacht, das andere Auge macht noch ein Nickerchen. Ingos Herdplatten funktionieren, das ist doch schon mal was. Maxi blüht förmlich auf.

Technikfragen auf allen Gebieten. Systeme, die seit drei Monaten gefordert werden, sind bis jetzt nicht zertifiziert. Zwischenlösung. Telefonanlage paßt nicht zum neuesten Update. Zwischenlösung. Neue steuerliche Angaben auf den Rechnungen passen nicht zur vorgegebenen Formatierung. Zwischenlösung. Der Wahnsinn des neuen Alltags hat also ohne Übergang Maxis Schreibtisch überrollt. Vor wenigen Tagen war das Büro noch komplett leer, lag sozusagen dem Maler zu Füßen.

Jetzt biegt sich die Tischplatte fast vor lauter Papier. Doch genau so ist Maxi in ihrem Element. Listen. Maxi liebt Listen und Fakten, die man erledigen und abhaken kann. Manchmal ist der Platz auf dem Schreibtisch zu eng, dann muß sie einfach mal den Blickwinkel ändern.

Schon seit Jahren hat sie sich entschieden, hier im Hotel zu bleiben. Irgendwie hat dieser Ort sie wahrhaft verzaubert. Am meisten liebt sie die Vielfalt an ihrer Arbeit. Und das liegt nicht nur an den wechselnden Plänen von Conny, sondern in der Natur dieses Hauses, und es liegt an der Art des Umgangs miteinander. Jeder trägt Verantwortung, jeder kann hier seine Kreativität entfalten. Da bieten der Verein Eulenhausen, die Buchbar, das Hotel mit all seinen Facetten, das Restaurant im Gewölbe und der Park enorm viele Betätigungsfelder. Natürlich weiß Conny, daß Maxi gern noch einmal nach Schottland reisen würde und unbedingt nach New York. Doch auf die Frage, wie sie ihr Boot nennen würde, hätte sie eines, antwortet Maxi ohne zu zögern: Mecklenburg. Sie kann manchmal sehr hart und direkt sein, weiß oft sehr genau, was sie will und wie das geht, doch geht es um ihr Stück Heimat, um ihr Zuhause, um ihre Gäste, dann kommt ein sehr liebevoller und stolzer und weicher Schimmer in ihren Blick. Dann könnte sie diese ganze Insel hier umarmen. Abends steht sie häufig im Park mit dem Blick auf den Sonnenuntergang und staunt über die Schönheit und Anmut dieses Ortes. Doch am meisten freut es sie, endlich wieder diesen Zauber mit den Gästen und der Gutshotelfamilie teilen zu dürfen. Allein freut es sich so schwer, sondern die Begegnungen, das Lachen miteinander machen diesen Ort magisch und lebenswert.





 
 
 
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