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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Aktualisiert: 23. Dez. 2024

Euphelia genießt den Park. Der Regen kam in der besagten Nacht, jedoch reichte es nicht einmal zum Regentanz. Conny konnte sich weit zum Fenster hinaushängen, die Hände aufhalten und dem dunklen Himmel zuwinken. Am Morgen waren die Steine schon wieder trocken. Die Luft ist etwas feuchter, lockere Wolken ziehen am Himmel, die Mücken sind quicklebendig. Conny nimmt sich die Zeit, gemächlich im Park zu sitzen (wenn sie es mehr als 10 Minuten schafft, hat Euphelia eine Wette verloren), den Spatzen in der Steppe zuzuschauen, Wolkenbilder zu beobachten, den Blick ohne Ziel und Sinn schweifen zu lassen.

Doch immer wieder bleiben ihre Augen hängen an Farben und Formen. Schon so lange ist sie nicht mehr durch den Park gebummelt. Ihr fällt ihre Karte ein, die am Morgen aus ihrem Stapel gemischt worden ist.

Den Mücken zum Trotz, das Strickzeug einfach fallen lassend, mit kurzen Hosen und Sandaletten startet sie ihren Erkundungsweg rund ums Haus. (In diesem Moment hat Euphelia ihre Wette gewonnen. Es waren genau 7 Minuten gemächlich sitzen.)

Die Natur ist wirklich ein Künstler. Was für Farben entstehen trotz Hitze und Trockenheit. Ganz plötzlich wird es Conny wieder sehr warm ums Herz. Dieser Ort hier bezaubert sie mit voller Kraft, als wenn sie ihn ganz neu entdeckt, als wenn die Pflanzen gerade alle Kräfte bündeln für eine exklusive Modenschau, nur für Conny.

Stolz und Dankbarkeit, denkt Conny, das ist das also. Damit Ihr das alle versteht, läßt Euch Euphelia an diesem Rundgang teilhaben. Vielleicht genießt auch Ihr ganz bewußt und achtsam die kleinen Wunder um Euch herum, welche das schönste Lächeln in Gesichter zaubern können.

Ruhe Schweigen oder Stille? Draußen leben ziellos, planlos Netzkarte Durchs Leben trampen Sonne im Gesicht Ruhe

Liege im Gutspark bietet Raum für Träumerei verborgen im Grünen

Genau der gleiche Blick in den Park. Erst 26 Jahre her.

 
 
 

Aktualisiert: 23. Dez. 2024

Euphelia beobachtet Conny schon den ganzen Tag. Wieviel Unruhe kann in einer Person stecken. Seit Tagen denkt sie, das wird die Hitze sein. Conny sieht traurig über ihre Steppe im Park. Nicht zu sehen, daß man im hohen Norden lebt.

Zum Glück stehen noch etliche Gräser und Natternköpfe, auch die Rosen blühen zum Teil gar lieblich – genau dort brummt und summt es den ganzen Tag. In den Kastanien allüberall rauscht ein richtiges Konzert.

Monika hat in der letzten Woche gut aufgepaßt, daß die Schalen mit Wasser für die Vögel immer gefüllt waren. Conny setzt das fort. Doch nun steigt die Unruhe ganz enorm, bemerkt Euphelia. Es ist der Regen. Regen – was für ein schönes Wort – Regen ist angesagt. Conny mag gar nicht daran denken, was passieren würde, wenn sie ihn verpaßt und nicht mit ihrem legendären Regentanz kleine weitere Schauer anlockt. Okay, Burki mag vielleicht am Sonnabend mit seiner Radlergruppe keinen Regentag. Doch Regen stellt keine Fragen. Conny wird diese Nacht nicht schlafen, sie wird warten. Ganz geschickt stehen noch drei Brote kurz vor der Backreife, das ist dann schon mal die halbe Nacht. Zum Glück liegt da noch ein Buch, welches sie fesselt, nur noch das letzte Drittel ist zu lesen, zweite Hälfte der Nacht. Ob es dann schon geregnet hat? So wenige Pflanzen haben diese 25 Tage heiße Trockenheit überlebt. Die Asternpflanzen von Papa Heinz hatte Torsten in persönliche Pflege genommen. Die stehen fabelhaft, das schützende Unkraut drumherum komischerweise auch. Ansonsten waren Conny und Torsten im Park mit Gießen aus der Leitung voll überfordert. Sie haben es einfach nicht getan.

Nur die Harten … Conny schaut genau hin, was denn im Garten und im Park so überlebt. Die nächsten Sommer werden nicht kälter – da kann sie schon mal überlegen, worauf sie im Garten demnächst verzichten sollte.

Und doch wollte sie es bis zum Wochenende Mittweihnachten doch soooo schön haben. Sozusagen zum Vorzeigen! Sozusagen aus Stolz und Dankbarkeit. Gäste werden da sein, die gratulieren zum 25. Jahr und werden sich überall umschauen. Wer kennt denn das alte Spiel: Ein Plumpssack geht herum, und niemand dreht sich um, und wer sich umdreht oder lacht – der bekommt die Harke in die Hand. So geht das! So wird sie es spielen, am liebsten in Eulenhausen, wo das große Jahrestagsfest am 22. Juni beginnt.

Wenn es dann schon wieder möglich sein wird, heizen sie dort den zauberhaften Backofen in der Küchenhexe an und Conny bereitet ihre verwunschenen Hanfkekse vor.

Am 23. Juni werden im Mecki Brote gebacken. Vielleicht helfen einige Mehlmenschen bei der Vorbereitung mit. Edoard kann kräftige Knethände gut vertragen und kommt dann so richtig in Form. Edelgard mag es sanfter und unbedingt emotional und laaaange. Gemeinsam Brote vorbereiten – das ist Geselligkeit pur. Vor allem, wenn diese dann nach dem Backen kaum abgekühlt gemeinsam vernascht werden, Oli nebenher Waffeln im Drehrumbum bäckt, kalte Bowle zur Erfrischung gereicht wird und immer wieder Geschichten aus der guten alten Zeit erzählt werden. Und in der Tat – rund um den 26. Juni 2008, immerhin auch schon wieder 15 Jahre her, passierten existentielle Dinge im Gutshotel Groß Breesen.

Auch deshalb wird dann der 24. Juni ganz im Zeichen alter Fotos, Geschichten, Filme und Erinnerungen stehen. Jeder, der mag, darf etwas mitbringen, was zur Bereicherung dieses Tages beiträgt. Ganz nebenher schmückt sich der alte Tannenbaum, eben aus der Groß Breesener Tradition des Mittweihnachtens heraus.

Am Abend, nach einem rustikalen Grillbuffet, wird zum Tanz und zum Hören und zum Mitsingen aufgespielt. Clemens Blascheck ist ein treuer Begleiter der Gutshotelfamilie. Er hat Silvester schon zum Tanz gespielt, mit Conny bereits eine Trauung begleitet, Stuben-Konzerte auf der Gitarre gegeben. Doch am 24. Juni kommt er gemeinsam mit seiner wunderbaren Band „Die Akkordarbeiter“. Da geht die Party richtig los.

Insofern ist das Mittweihnachtswochenende eines von mehreren großen Geburtstagsaktionen im Bücherhotel, die in diesem Jahr mit Stolz und Dankbarkeit durchgeführt werden.

Ende Juli findet dann der für Conny wohl größte Höhepunkt statt. Professionelle Tangotänzer laden ein zu zwei Tangotagen, nämlich am 27. und am 28. Juli. Gabi Beckenbach aus Haan tanzt Tango seit vielen Jahren in allen Teilen Deutschlands und weit darüber hinaus. Genießt diese Zeit, denn das gab es in Groß Breesen noch nie. Conny verbindet eine ganz außergewöhnliche Freundschaft mit Gabi schon seit der Bauzeit am Hotel. Manche Freundschaften brauchen einfach nicht viele Worte.

Am 29. Juli verzaubert Euch Gabi gemeinsam mit dem vortrefflichen Mann am Piano, mit Sbiggi Warot. Sbiggi Warot studierte Musik an der Musikhochschule in Danzig, spielt mit professionellen Galabands auf Kreuzfahrtschiffen. Gabi gibt den großen Diven der 20er und 30er Jahre ihre Stimme. Ob Zarah Leander, Marlene Dietrich oder Hildegard Knef – Gabi verzaubert mit den ganz großen Liebesliedern in ihrem wahnsinnigen Kontra-Alt. Das „Golden Vintage Duo“ solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen – und nicht die gemeinsamen Geschichten von Gabi und Conny über die ersten versetzten Steine in Groß Breesen. Schon damals verliebte sich Conny von Kopf bis Fuß – nämlich in das alte Haus, welchem sie versprach, es zu retten.


 
 
 

Euphelia hat heute ihren ganz großen Tag. Der 12. Juni ist der Welttag des Tagebuchs. Herzlichen Glückwunsch allen, die dies mit Akribie, Leidenschaft, als Ritual oder mal zwischendurch liebevoll betreiben. Die Wahl dieses Datums geht zurück auf den 12. Juni 1942. Anne Frank bekam zu ihrem 13. Geburtstag ein Notizbuch von ihrem Vater geschenkt, welches sie von dem Tag an für mehr als zwei Jahre als Tagebuch nutzte. „Das Tagebuch der Anne Frank“ ist inzwischen in die Weltliteratur eingegangen und in mehr als 70 Sprachen übersetzt worden. Kennzeichen eines Tagebuchs ist die Regelmäßigkeit des Berichtens. Bestimmt waren diese Aufzeichnungen ursprünglich nur für sich selbst, nur in den seltensten Fällen wurden sie veröffentlicht. Euphelia möchte ihre LeserInnen erinnern an all die schönen Tagebücher aus der Kindheit und Jugend, die Notizen darin geschützt vor unerwünschten Augen mit einem kleinen Schloß.

In diesem Sinne, das weiß sie ganz genau, ist ihr Blog eigentlich kein klassisches Tagebuch, jedoch sind Blogs immer häufiger virtuelle Tagebücher, die ja nicht nur rein privat geschrieben sein müssen. Deshalb sind es bei Euphelia eben gesammelte Einträge in das Buddelbuch. Es ist sicher eine Überlegung wert, das Schreiben eines Tagebuchs wieder in seinen Alltag einfließen zu lassen. Euphelia denkt dabei an Connys Papa Heinz, der schon seit vielen Jahren konsequent täglich das Wichtigste des Tages vermerkt. Diese Chronik ist mehr denn je in der ganzen Familie gefragt und kann so manche Zwistigkeit im Keim mit Fakten ersticken. Lies nach bei Papa!

Bei Conny selbst dient das, wahrlich nicht öffentliche, Schreiben des Tagebuchs eher der Selbstreflexion. Dabei kommt es ihr auch noch darauf an, daß diese Bücher oder Kalender schön aussehen, ihr einen besonderen Bezug geben, sie diese genußvoll ansehen und aufschlagen kann. Sehr lange wird sie dabei begleitet von den Kalenderbüchern von Paulo Coelho.

Wenn sie Jahre später darin blättert, stellt sie fest, daß noch bis Ende März alle Seiten prall gefüllt sind, dann wird es dünner und ab Juni sind sie eigentlich leer, bis Conny dann ab November wieder soviel schreibt, daß sie die Bücher von hinten nach vorn beginnt zu füllen. Dennoch sind für sie diese Tagebücher ein absolut wichtiger Bestandteil ihrer mehr als dreißig Jahre Unternehmerin, ihrer Kämpfe, Niederlagen, Sorgen, Siege, Ideen, Chancen, Begeisterungen, Freuden und ihrer Begegnungen mit wundervollen Menschen. Zwischendurch hat sie es versucht mit einem Bullet Journal, mit einem Traumtagebuch, mit einem Tagebuch des täglichen schönsten Erlebnisses, mit einem Tagebuch der Motivationsfragen am Morgen. Leider ist Conny niemand, der einfach regelmäßig etwas in den Alltag aufnimmt. Außer ihre Anwesenheit im Hotel. Damit scheint wohl alles an Disziplin und Regelmäßigkeit aufgebraucht zu sein. Doch das Schreiben ganz für sich allein im Tagebuch hilft ihr, Gedanken zu ordnen, Erlebtes zu analysieren, ein Durcheinander zu sortieren. Und immer behandelt Conny selbst für sich in ihren Tagebüchern Philosophisches, setzt sie sich mit gelebten und erwünschten Werten auseinander. Dabei schafft Schreiben ungemein Abstand. Mit Abstand lassen sich die Dinge, an denen man fast verzweifelt, quasi aus einem anderen Blickwinkel besser verstehen, bringen Klarheit. Außerdem hat dieses Schreiben etwas mit Achtsamkeit zu tun, ein paar Minuten am Tag sich selbst und seinen Befindlichkeiten zu widmen, manchmal auch die Balance damit zu finden zwischen negativer Energie und der Erkenntnis, ein toller Typ zu sein. Euphelia ist gerade sehr erstaunt, wieviel sich über das Thema Tagebuch schreiben läßt. Solltet Ihr, liebe Lesenden, hierzu mehr Interesse haben, dann baut Euphelia das gern mit Euch aus. Da gibt es tolle kreative Ideen zu Bullet Journaling, zu Junk Journal, zum Cluster Journal, zum 6-Minuten-Tagebuch. Conny hat sie alle und vieles ausprobiert, verworfen oder mit Begeisterung angewendet.

Zufällig hat Conny gerade in den letzten Tagen „Tagebuch eines Buchhändlers“ gelesen und sich mal wieder zu diesem Genre Gedanken gemacht. Übrigens ein Buch, daß sie wirklich empfehlen kann.

Daß es diesen Feiertag gibt, erfuhr sie allerdings heute morgen auch erst. Euphelia hätte es natürlich wissen müssen. Interessant sind auch die Tagebücher von Kafka oder von Kurt Cobain, von Max Frisch, Astrid Lindgren oder Brigitte Reimann, um nur einige zu nennen, die Conny wirklich auch begeistert haben. Achja, dabei muß Euphelia natürlich noch einen Fakt klarstellen. Natürlich schreibt Conny ihre eigenen Tagebücher mit Füllhalter und Tinte. War doch klar, oder?

So viele Fragen hat Euphelia. Für wen von Euch ist das Schreiben in ein Tagebuch wichtig? Wie wichtig ist die Form und das Material und das Äußere des Buches? Verschließt oder versteckt Ihr es? Schreibt Ihr privat auf Papier oder mit Tastatur? Ach, Euphelia wüßte so gern soviel mehr darüber. Oscar Wilde faßte das so zusammen: „Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.“

 
 
 
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