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Literaturiens Blog

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»Haltet die Uhren an.

Vergeßt die Zeit.

Ich will euch Geschichten erzählen.«

 James Krüss

Conny aus Literaturien, Edelweiss und Euphelia, die Vereinsschreibfeder, halten Euch auf dem Laufenden über das, was auf Eurer "Insel" Literaturien vor sich geht. Ob kleine Momente der Freude, große Fortschritte, neue Ideen, Informationen über die kommenden und Berichte über die vergangenen Veranstaltungen - hier lest Ihr davon und kommt mit den beiden Schreibeifrigen ins Gespräch. Wir freuen uns über Eure Gedanken, Vorschläge, Beiträge in Form von Kommentaren. ♥

Euphelia gluckst und versucht, den Blick von Fridofranz in die gleiche Richtung zu lenken. Das Adventskalendertürenöffnungsteam hatte sich gerade entschieden, und nun versucht doch Reinhard tatsächlich, das Leben hinter genau dieser Tür förmlich zu erforschen. Eine schöne Tür hat er geöffnet. So viele Geschichten könnten sie wie eine Girlande darum ranken.

Helga aus Rostock hat diesen Schrank vor Jahren sozusagen auf unbegrenzt im Gutshotel geparkt. Sollte sie ihn irgendwann brauchen, holt sie ihn wieder. Über der Tür steht auf dem Schrank ein großartiger Beweis von Liebe und Anerkennung zum Gutshotel, denn auf dem Bild finden sich viele Details, die das Hotel und Eulenhausen zeigen. Über den außergewöhnlichen Adventskranz vor dem Schrank wird noch später zu berichten sein. Hinter der Schranktür, an deren Schloß ein Glücksstein von der Insel Hiddensee hängt, stehen vorwiegend Bücher aus Mecklenburg-Vorpommern. Conny hatte vor zwei Jahren ihre eigene Sammlung ausgedünnt. Wie groß das Interesse daran ist, hat sie echt überrascht. Erste Fächer sind leer. Conny sucht weiter regionale Literatur, um diesen Schrank neu zu bestücken. Jeder weiß, sie liebt ihre Heimat über alles. Jahrelang reiste sie in den 90ern als Veranstalter durch die halbe Welt, verkaufte in ihren vier Reisebüros Reisen in die ganze Welt. Doch hier fühlt sie sich angekommen und geerdet. Hier hat Conny das Gefühl, ihren Zweck ihres Lebens ausfüllen zu können. Die Bücher hinter dieser Tür brachten sie auf die Idee, endlich, nach zehn Jahren, wieder eine Überraschungstour zu Kleinoden in ihrer Region anzubieten.

Das Datum steht fest: 20. – 24. AUGUST 2023. Mehr wird auch nicht verraten. Ziele und Preis bleiben Geheimnis. Conny stellt sozusagen erneut die Vertrauensfrage. Euphelia und Fridofranz sind ganz erstaunt, was so eine ganz normale Adventstür alles bewirken kann.

Doch da ist noch was, spüren beide und beobachten den Blick von Conny, der sich schon minutenlang lächelnd auf das Tun von Reinhard richtet. Dieses verträumte Lächeln kennen sie. Torsten kennt es auch. Danach kommt oft der Satz: Groten, ich hab da eine Idee. In der Tat, die Idee läßt sich nicht stoppen. Groten, wir brauchen eine Tür wie einen Schrank, durch den man hindurch gehen kann. Sie sieht den Wandschrank aus den Chroniken von Narnia, die sie noch nie gelesen hat, vor sich. Euphelia und Fridofranz halten die Luft an und blinzeln gespannt zu Torsten. Dieser schaut Conny mit großen Augen an, schweigt, lächelt und …. überlegt eine Lösung. Vielleicht werden sie an Weihnachten gemeinsam „Die Chroniken von Narnia“ schauen. Auf jeden Fall freut Conny sich, daß sie mutig genug war, diese Idee auszusprechen. „Als einziges unter all den Lastern ist die Feigheit ausschließlich schmerzhaft – sie ist entsetzlich, wenn man sie kommen sieht, entsetzlich, wenn man sie empfindet, und entsetzlich, wenn man sich ihrer erinnert.“ sagt C.S. Lewis. Die Chroniken zu lesen ist wahrscheinlich eine gute Idee. Morgen holt sie die Bände etwas näher an ihr Bett. Man kann ja nie wissen, wann die Lust, sie zu lesen, zuschlägt. Ohje, denken sich Euphelia und Fridofranz, das war erst Tür 3. Was wohl die nächsten Türen verraten?

 
 
 

Aktualisiert: 24. Dez. 2024

Euphelia wäre gern im kuschligen Salon geblieben. Doch wenn der Mecki schmaucht und lodert, dann läßt sie sich fix zu einem Ausflug in den Park überreden. Auch Marta, die Getreidemühle, wollte sich von der Arbeit ihres Kollegen überzeugen.

Sie hatte Purpurweizen, Dinkel und Waldstaudenroggen in der Schicht vor ihm gemahlen. Edoard und Edelgard durften ihre Wärmestation nicht verlassen, weil sie gerade gefüttert worden waren. Schade, sonst wäre die ganze Bande mal beisammen gewesen. Einstimmig hatte das Adventskalendertürenöffnungsteam das breite Maul von Mecki zur zweiten Tür gewählt.

Elf Broten verhalf Mecki zu wahren Genußlaibern. Manche etwas flach, doch köstlich allemal.

Ulrich prüfte den Geruch, der dann wenig später durch das ganze Haus zog.

Fridofranz wollte von Conny wissen, ob sie von irgendeiner Literatur beim Brot backen begleitet wird. Connys Brotheld ist Edward Espe Brown. Alles, was sie finden kann, liest sie über das Zen Center im Kloster Tassajara in Kalifornien. Edward Espe Brown sagt: „Nicht das SEIN, auch das ESSEN bestimmt das Leben. Das Kochen und Backen ist eine Form der Fürsorge sich selbst und anderen gegenüber. Es ist ein Fest der Sinne, ein Akt der Liebe und Großzügigkeit.“

Schaut den Film „How to cook your life“, den Doris Dörrie über Edward Espe Brown, den Zen-Priester, Philosophen und Meisterkoch gedreht hat. Brot backen ist soviel mehr, als ein Nahrungsmittel herzustellen. „Ein Rezept gehört niemandem im besonderen. Habe ich es einmal bekommen, so gebe ich es weiter. Es soll nur ein Wegweiser sein, ein skelettartiges Gerüst: in Entsprechung zu unserem Wesen und unseren Wünschen müssen wir es mit Fleisch und Blut ausfüllen. Erst unser Leben und unsere Liebe werden diese Worte schöpferisch umsetzen können. Dies kann nicht gelehrt werden. Im Grunde wissen wir es auch schon. Kochen wir also, lieben, fühlen und erschaffen wir.“ Conny freut sich auf jeden Fall, wenn ihr Team heute mit den Broten und mit Bines köstlichem Buffet den Gästen ein besonderes Erlebnis bieten konnte.


 
 
 

Euphelia hat schon tagelang überlegt, mit wem sie durch den Adventskalender reisen wird. Allein ist es ihr zu langweilig und auf Conny ist diesbezüglich kein Verlaß. Die ist mit ihren Gedanken überall. Das Hotel ist gut gefüllt und so gern ist sie die moderierende Gastgeberin. Gleichzeitig nähert sich das Jahr seinem Ende. Sie muß rechnen, analysieren und planen, sich mit ihrer Gutshotelfamilie abstimmen, die eine kraftvolle und hochmotivierte Saison absolviert hat, Ziele setzen und alle mit ins Boot nehmen. Doch für die Türen, die 24 Tage zu öffnen sind, hat sich Euphelia einen guten alten Freund an die Seite geholt. Er sitzt schon seit Tagen auf dem Sofa im Salon. Euphelia schätzt seine Adventserfahrungen der letzten Jahre sehr. Auf seinem roten Schal steht Frohes Fest geschrieben. Doch Fridofranz weiß genau, daß es ein Pseudonym für seinen Namen ist. FF hätte auch gereicht.

Euphelia und Fridofranz nehmen ihre Aufgabe als Adventskalendertürenöffnungsteam sehr ernst und diskutierten ausführlich über die Auswahl der Türen, durch die sie führen möchten. Für die erste Tür wählten sie einen richtigen Knüller. Erhaben, groß, erleuchtet, offen, voller Durchblick.

Und direkt dahinter Türen, Türen, Türen. Gestern hat sich Conny gemeinsam mit Mitarbeitern und Gästen einen Überblick verschafft. Heute war mit Liane zusammen das große Öffnen angesagt.

Sooo spannend.

Aus jedem offenen Türchen stieg ihnen eine zärtliche, liebevolle Wärme entgegen und verzauberte den ganzen Salon mit einem Lächeln.

Über alle diese Türen und ihre Geschichten wird zu berichten sein.

Doch heute abend schauen Euphelia und Fridofranz erst einmal Conny über die Schulter, die sich ausführlich mit Edoard und Edelgard beschäftigt, denn morgen ist wieder Mecki-Tag. Euphelia versteht inzwischen den verklärten Blick, wenn Conny ihre Teige knetet. Oft nimmt sie lieber beide Hände statt den Knethaken. Vielleicht liegt es daran, daß sie das Wort nicht mag. Euphelia brabbelt es mehrmals vor sich hin: knethaken, knethaken…echt ein kaltes, hartes Wort. Dabei ist Brotteig kneten etwas Melancholisches, Empathisches, Meditatives. Der Teig bestimmt, wie lange und wie stark er behandelt werden möchte. Die Hände können das rechte Maß erspüren, wenn sie sensibel den Takt aufnehmen. Das kann ein Knethaken nicht. Knethaken. Euphelia erinnert sich daran, wie Conny schwärmte von dem Buch „Der Geschichtenbäcker“ von Carsten Sebastian Henn. Es ist ein Roman wie eine warme Decke, der berührt, inspiriert und nachwirkt. „Brot backen ist fast wie ein Tanz. Teig wird rhythmisch geknetet, die Drehung der Hände, der Schwung der Hüfte geben ihm Geschmeidigkeit.“ Euphelia und Fridofranz, das Adventskalendertürenöffnungsteam, freuen sich darauf, mit vielen kleinen Geschichten und Anekdoten allen Neugierigen und Sehnsüchtigen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Genau wie Conny und ihr Team haben sie ihre maßgeschneiderte Aufgabe gefunden. Henn beschreibt es so: „Für manche ist ein Beruf wie ein Goldstück, das mit jeder Berührung ein wenig stumpfer wird. Für andere ist er eine Perle, die mit jeder Berührung mehr glänzt.“

 
 
 
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